28 Stellen

Cold Cases in NRW: Polizei sucht pensionierte Mord-Ermittler für ungeklärte Fälle

Die Polizei NRW startet ein ungewöhnliches und in Deutschland einmaliges Projekt. Sie gründet eine Cold Case Sonderkommission - und sucht dafür pensionierte Mord-Ermittler.

Düsseldorf - Ungeklärte Tötungsdelikte, sogenanntes Cold Cases, müssen neben dem Tagesgeschäft bearbeitet werden. Die Personallage bei der Polizei gibt es nicht her, dass sich Ermittler neben den aktuellen Kriminalfällen zusätzlich noch um vergangene, ungeklärte Tötungsdelikte kümmern. Das weiß auch NRW-Innenminister Herbert Reul. Nordrhein-Westfalen geht deshalb neue Wege.

Die Polizei NRW sucht pensionierte Mord-Ermittler, die sich intensiv um Cold Cases kümmern. „Wir suchen Leute mit einer immer noch guten Spürnase, die Lust haben, jeden Stein nochmal umzudrehen, um die Täter zu kriegen“, so Reul. Seit 2017 baue das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt eine Datenbank für ungeklärte Tötungsdelikte auf.

Cold Cases in NRW: Polizei sucht pensionierte Mord-Ermittler für ungeklärte Fälle

In diese Cold Cases-Datenbank sollen alle ungelösten Tötungsdelikte aus den vergangenen 50 Jahren aufgenommen werden. Das sind laut NRW-Innenministerium seit 1970 insgesamt 1.160 Fälle, die von LKA-Fallanalytikern digital erfasst und anschließend analysiert werden. Bislang wurden 261 Fälle in die Datenbank aufgenommen und 23 Fälle neu aufgerollt.

Die Cold Case Sonderkommission aus Ermittlern des Landeskriminalamts und der Kreispolizeibehörden soll die Aufarbeitung „systematisieren, verbessern und beschleunigen“. Laut Reul sei Nordrhein-Westfalen deutschlandweit „die Ersten und Einzigen, die die Aufarbeitung von ungelösten Fällen derartig strukturiert und zielgerichtet anpacken.“

Cold Cases in NRW: Pensionierte Mord-Ermittler sollen ungeklärte Fälle prüfen

28 neue Stellen sollen mit Ermittlern besetzt werden, die Erfahrung in der Tatortarbeit, Aktenführung oder der Leitung von Mordkommissionen haben. Sie sollen Akten digitalisieren, Fälle strukturiert aufarbeiten, Aufklärungschancen erkennen und Ermittlungskonzepte erarbeiten. Sofern sich neue Ermittlungsansätze ergeben, übernimmt die örtlich zuständige Kriminalpolizei die weitere Fallbearbeitung.

Innenminister Reul: „Vielleicht gibt es neue Erkenntnisse oder neue Techniken, vielleicht auch neue Rechtsgrundlagen, weshalb es sich lohnt, einen Fall wieder aufzurollen. Schließlich haben die Angehörigen ein Recht darauf, dass diese Fälle aufgeklärt werden, wenn es eine neue Spur gibt.“

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare