Shoppen und Einkaufen

„Click and Meet“: So funktioniert das Shoppen mit Termin im Corona-Lockdown

Einkaufen ist in den NRW-Geschäften wieder möglich. Click and Meet soll Shopping trotz Corona-Lockdown ermöglichen. Was das ist, und wie es funktioniert.

Hamm - Im Corona-Lockdown shoppen - das war bis dato nicht möglich. Als erstes Bundesland hat Rheinland-Pfalz Click and Meet ins Leben gerufen. Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz vom 3. März wird dieses Konzept schon bald auch in NRW ankommen. Denn: Ab Montag (8. März) ist der Einkauf vor Ort je nach regionaler Inzidenz in Geschäften des Einzelhandels mit einem Termin wieder möglich. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
MinisterpräsidentArmin Laschet (CDU)

Click and Meet in NRW im Lockdown: Geschäfte öffnen - Aber Einkauf teilweise nur mit Termin möglich

Beim Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder ging es um Lockerungen im Lockdown. Zwar geht der Lockdown grundsätzlich in die Verlängerung, allerdings gibt es zugleich einen schrittweisen Öffnungsplan für den öffentlichen Raum.

Für den Einzelhandel gibt es zunächst kein konkretes Datum für eine vollständige Öffnungen. Aber: Läden und Geschäfte in Nordrhein-Westfalen können ab Montag (8. März) bei einer stabilen Inzidenz unter 50 mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm öffnen.

Liegt die Inzidenz über 50, bewegt sich aber trotzdem stabil unter 100, kann der Einzelhandel auf Click and Meet ausweichen. Der Inzidenzwert liegt in NRW aktuell in den meisten Städten und Kreisen zwischen 50 und 100.

Doch was ist Click and Meet überhaupt? Im Grunde handelt es sich dabei um die Weiterführung von Click and Collect. Danach werden Produkte zunächst telefonisch oder im Internet bestellt und dann im Geschäft abgeholt. Click and Collect ist in allen Bundesländern trotz Corona-Lockdown längst erlaubt.

Click and Meet in NRW wegen Lockdown: Shopping und Einkauf nur mit Vorankündigung

Click and Meet geht darüber aber noch ein wenig hinaus. Zwar benötigt es auch eine Vorankündigung, aber anders als bei Click and Collect wird die Ware nicht vorab online ausgesucht. Stattdessen können die Kunden ganz normal vor Ort im Geschäft ihrer Shopping-Tour nachgehen, Sachen ausprobieren, stöbern und einkaufen.

Bei Click and Meet soll somit wieder ein echtes Einkaufserlebnis jenseits der virtuellen Welt möglich gemacht werden. Das Konzept soll jenem Einzelhandel, der nicht primär Produkte des täglichen Bedarfs anbietet, trotz Corona-Lockdown neue Perspektiven geben.

So funktioniert Click and Meet ganz konkret: Wer in Deutschland oder NRW vor Ort einkaufen möchte, muss vorab einen Termin vereinbaren. Der Kunde bekommt dann einen Zeit-Slot zugewiesen. Innerhalb dieser Zeitspanne kann die Person dann vor Ort shoppen. Die Länge der Einkaufszeit hängt dabei stark vom Geschäft ab.

Click and Meet in NRW: Terminvergabe auch vor Ladeneingang möglich

Vom NRW-Wirtschaftsministerium wurde zudem ein bedeutsames Detail zum Termin-Shopping bekannt: Demnach dürfen Händler beim Click and Meet den Kunden auch am Ladeneingang einen Termin geben. Ob die Termine persönlich, telefonisch oder auf anderem Wege vereinbart werden müssen, spiele keine Rolle. Es sei lediglich wichtig, dass die Kontaktinformationen des Kunden erfasst werden.

Click and Meet: Dieses Prinzip erlaubt es Geschäften, für Kunden nach Terminvereinbarung wieder zu öffnen.

Es gebe zudem keine Bedingungen hinsichtlich der Zeit, die zwischen Terminvergabe und Shopping-Beginn verstrichen sein muss, erklärte ein Ministeriumssprecher. Das bedeutet: Ein Händler kann einem Kunden am Eingang des Ladens einen Termin geben, den dieser unmittelbar danach schon wahrnimmt. Lediglich müssen bei der Terminvergabe die gelten Corona-Hygieneregeln eingehalten werden.

Click and Meet in NRW wegen Lockdown: Öffnungen für H&M und Ikea möglich

H&M und Zara haben schon in anderen Ländern wie Spanien genau solche Buchungstools für Termine zum Vor-Ort-Einkauf freigeschaltet. Gut möglich also, dass Kunden auch schon bald in NRW wieder bei H&M und anderen Boutiquen shoppen gehen können. Auch hier ist die Dauer der Einkaufszeit unklar. In Rheinland-Pfalz, wo Click and Meet bereits angelaufen ist, sind Shopping-Zeiten von 30 bis 60 Minuten üblich.

Spannend wird es auch sein, ob und wie große Möbelgeschäfte wie Ikea ein solches Konzept umsetzen. Auf den Zug von Click and Collect ist Ikea zum Beispiel sehr früh aufgesprungen. Für das Click-and-Collect-Shopping verlangt Ikea eine Gebühr*, wie merkur.de berichtet. Click and Meet könnte für Ikea unter Umständen weniger rentabel sein. Es bleibt abzuwarten, inwieweit das Konzept sich branchenübergreifend bewährt.

Click and Collect in NRW wegen Lockdown: Einkauf auf Personen aus einem Haushalt beschränkt

Kommen darf man bei Click and Meet lediglich allein oder mit Angehörigen des gleichen Haushalts. Zudem gibt es weitere Einschränkungen: Kunden dürfen beim Einkaufen keine Symptome haben und müssen eine medizinische Corona-Maske tragen. Zudem muss der Händler die Adressen seiner Kundschaft zur Kontaktnachverfolgung parat haben.

Befürworter freuen sich auf Click and Meet und das zurückgewonnene Einkaufserlebnis - wenngleich es ein zeitliches Limit gibt. Insbesondere der Vorteil, Kleidung wieder im Geschäft anziehen zu können, dürfte einige Kunden und Shopping-Fans reizen. Auch ein beratendes Verkaufsgespräch im Laden ist wieder möglich.

Kritiker von Click and Meet sind dagegen weniger begeistert. Schließlich ist es nach wie vor unmöglich, mit Freunden anderer Haushalte einkaufen zu gehen. Außerdem könnte sich ein Druck bei der Kaufsituation entwickeln, wenn nur ein einziger Kunde im Geschäft ist. Einkaufen und Shoppen ohne Click and Meet wird es aber erst bei einer stabilen Inzidenz von unter 35 klappen. Kann die Luca-App womöglich dabei helfen, dieses Ziel schneller zu erreichen und dem Corona-Lockdown ein Ende zu bereiten? - *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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