CDU-Basis fordert Neuausrichtung statt "Sprechverbote"

DÜSSELDORF - Gut zwei Wochen nach dem Wahl-Debakel der CDU in Nordrhein-Westfalen dringt die Basis auf eine schonungslose Aufarbeitung der Ursachen.

Die Senioren-Union NRW forderte den Landesvorstand auf, bis zum Jahresende eine eingehende Wahlanalyse vorzulegen. "Eine Wahlniederlage, vor allem in einem solchen Ausmaß, hat mehrere Gründe, nicht nur personelle, sondern auch sachliche", heißt es in einer Mitteilung der Vereinigung. Die NRW-CDU war bei der Landtagswahl am 13. Mai mit ihrem Spitzenkandidaten Norbert Röttgen auf ihr bislang schlechtestes Landesergebnis von 26,3 Prozent abgestürzt.

Eine Grundsatzdiskussion hatten in der vergangenen Woche bereits die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der NRW-CDU und die Junge Union angemahnt. "Es gibt auch Frust in der Partei über unsere unklaren inhaltlichen Botschaften, über unsere oftmals zu abgehobene Umgangsweise oder über das Gefühl, es gebe Sprechverbote", kritisierte der Landesvorsitzende der Mittelstandsvereinigung, Hartmut Schauerte.

In Duisburg hat sich bereits eine "Initiative für mehr Demokratie in der CDU" formiert. Sie forderte in einem Offenen Brief an den Landesvorstand eine rasche inhaltliche und personelle Neuausrichtung des Landesverbands und kritisierte "Hinterzimmer-Entscheidungen" um die geplante Doppelspitze der Landes-CDU.

Ex-Integrationsminister Armin Laschet war am vergangenen Donnerstag vom Landesvorstand als Vorsitzender der NRW-CDU nominiert worden; Karl-Josef Laumann soll die Fraktionsführung behalten. Laschet soll am 30. Juni auf einem Landesparteitag gewählt werden. Eine Entscheidung für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2017 sei damit nicht verbunden, betonte die Senioren-Union. - lnw

Quelle: wa.de

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