Bundeswehrarzt kann Kriegsdienst verweigern

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AACHEN - Auch nach fast 20 Jahren bei der Bundeswehr kann ein Offizier einem Gerichtsurteil zufolge noch aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern.

Das Verwaltungsgericht Aachen gab der Klage eines Bundeswehrarztes auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer statt.

Der Mann habe glaubhaft gemacht, dass er nach einem längeren Wandlungsprozess den Dienst in der Bundeswehr nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren könne.

Den Ausschlag für die veränderte Einstellung des Sanitätsoffiziers hatte nach Gerichtsangaben ein Auslandseinsatz im Frühjahr 2010 in Afghanistan gegeben.

Der Mann habe dort massive Gefechte mit den Taliban erlebt und einen guten Freund und Kollegen verloren. Er habe den Aufenthalt nicht als humanitären Einsatz, sondern als Kampfeinsatz empfunden.

Schon in Afghanistan und auch nach seiner Rückkehr beschäftigte sich der Mann den Angaben zufolge intensiv mit den buddhistischen Lehren und ihren Aussagen zur absoluten Gewaltlosigkeit. In einem längeren Wandlungsprozess sei er schließlich Buddhist geworden.

Gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil kann das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben als Beklagte Berufung beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. - epd

Quelle: wa.de

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