Bundespolizei am Flughafen: Verletzung der Schulpflicht wird teuer

LIPPSTADT - Wenn Eltern die Osterferien ihrer schulpflichtigen Kinder eigenmächtig verlängern, kann das ein teures Vergnügen werden. Am Flughafen Paderborn/Lippstadt sind bereits die ersten Schulschwänzer von der Bundespolizei ertappt worden.

Es drohen Strafen von einigen hundert Euro. Die Bundespolizei führt derzeit Personenkontrollen am heimischen Airport durch – und hat dabei bereits Schulschwänzer ertappt. „Es sind zwei Kinder aus Hessen dabei gewesen“, sagt Flughafen-Pressesprecherin Elke Rawisch de Terán gegenüber unserer Lippstädter Partnerzeitung "Der Patriot" (in Hessen beginnen die Osterferien wie in NRW erst am Montag). "Die dürfen natürlich fliegen", sagt Dietmar Biermann von der Bundespolizei. Aber es werde eine Mitteilung an die Schulbehörden gemacht. "Das ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Behörde prüft dann, ob und wie sie dagegen vorgeht."

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„In den ersten drei Tagen wird pro Tag, Kind und Erziehungsberechtigtem ein Bußgeld von 80 Euro berechnet“, sagt Sabine Kneer von der Bezirksregierung Arnsberg. Eine vierköpfige Familie müsste demnach für zwei Tage „vorgezogenen“ Urlaub 640 Euro Bußgeld zahlen. Ab dem vierten „Verlängerungstag“ liegt der Tagessatz bei 300 Euro, ab dem fünften bei 350 Euro und ab dem siebten bei 500 Euro. Bußgeldbescheide seien „keine Seltenheit“, so die Sprecherin, die aber keine Zahlen nennen konnte.

"Wenn Familien mit offenbar schulpflichtigen Kindern mehrere Tage vor Ferienbeginn in Urlaub fliegen, fragen wir schon einmal nach, ob die eine Erlaubnis von der Schulbehörde haben", sagt Biermann. Die Reaktion der Eltern sei unterschiedlich. "Von ganz offen bis sauer", sagte der Leiter der Paderborner Bundespolizeiwache, Andreas Aßhoff. Meist hätten die Eltern plausible Erklärungen für den verfrühten Urlaubsflug. "Das ganze ist aber wirklich nur ein Abfall-Produkt unserer Arbeit", sagte er. Und einen oder zwei Tage vor dem offiziellen Ferienbeginn frage man auch nicht mehr gezielt nach. In der Summe sei es nur ein kleiner Prozentsatz, der ohne Erlaubnis die Schule schwänzt, sagte Aßhoff. - cc/lnw

Quelle: wa.de

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