BGH: Freispruch für Düsseldorfer Polizist rechtens

+
Der Bundesgerichtshof wies die Revision eines Mannes ab. Er hatte behauptet, ein Düsseldorfer Polizist habe ihn vergewaltigt.

Düsseldorf- Der Freispruch für einen Düsseldorfer Kommissar vom Vorwurf der Vergewaltigung eines Mannes ist rechtskräftig. Der Polizist war beschuldigt worden, auf einer Düsseldorfer Polizeiwache einen jungen Mann zum Oralsex gezwungen zu haben.

Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte am Donnerstag den Freispruch des Landgerichts Düsseldorf.  Das Landgericht hatte im August nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" entschieden. Es sei zwar zu sexuellen Handlungen gekommen, urteilte das Gericht. Anders seien die gefundenen DNA-Spuren nicht zu erklären.

Dass dabei eine Drohung oder Nötigung im Spiel war, sei aber nicht mit der notwendigen Sicherheit festzustellen gewesen - auch wenn der junge Mann sich sicher unter Druck gesetzt gefühlt habe. Der Beamte hatte im Prozess beim Landgericht beteuert, den jungen Mann nicht berührt zu haben.

"Psycho-Spielchen" und Drohungen

Er sei seit 35 Jahren glücklich verheiratet und habe keinerlei homosexuelle Neigungen. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Haft wegen schwerer Vergewaltigung beantragt. Ihrer Ansicht nach hatte der Beamte das Opfer, das den Diebstahl seines Fahrrades anzeigen wollte, auf der Wache mit "Psycho-Spielchen" und der Drohung, ihn bei einem Fluchtversuch zu erschießen, gefügig gemacht.

Vorwürfe wurden ernst genommen

Der junge Mann habe schließlich keinen anderen Weg gesehen und den Beamten oral befriedigt. Gegen den Freispruch waren sowohl der junge Mann als Nebenkläger sowie die Staatsanwaltschaft in Revision gegangen. Diese wies der BGH nun zurück. "Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Polizei und Justiz den Vorwurf ernst genommen haben", sagte der Vorsitzende BGH-Richter Jürgen Schäfer am Donnerstag.

Unklarheiten gaben den Ausschlag

So sei der Nebenkläger mehrmals von der Polizei und Gericht vernommen und ein Sachverständigengutachten sei erstellt worden. Auch habe das Gericht die Beweise ausführlich und sorgfältig gewürdigt. Am Ende habe es jedoch noch Unklarheiten gegeben und das Landgericht habe zugunsten des Angeklagten entschieden. "Das ist zu akzeptieren". Bei dem Karlsruher Prozess waren weder der Angeklagte noch der Nebenkläger anwesend.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare