Initiative fordert Rückkehr zum Abi in neun Jahren

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DÜSSELDORF - Eine Bürgerinitiative für die Rückkehr zum neunjährigen gymnasialen Bildungsweg hat ein Ende der Schulzeitverkürzung auch in Nordrhein-Westfalen gefordert. Einer Umfrage zufolge sprechen sich in NRW 63 Prozent der Bürger für G9 aus.

Parteien und Verbände müssten sich jetzt, wie in anderen Bundesländern, "einen Ruck geben, den Irrweg G8 zu beenden", forderte die Sprecherin des Bündnisses, Anja Nostadt, am Dienstag in einer Mitteilung.

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Die Idee von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), an einem "Runden Tisch" die Bedingungen für das achtjährige Gymnasium zu verbessern, sei Selbstüberschätzung. Die Psychologin ist auch Sprecherin der bundesweiten Initiative familiengerechte Bildung und Schule "G-ib-8".

In den meisten Bundesländern sei die G8-Reform als gescheitert anzusehen, bilanzierte Nostadt. Im Gegensatz zu anderen Ländern blockierten aber Philologenverband und die Landeselternschaft in NRW die Rückkehr zu G9. In der Breite der Bevölkerung sei G8 hingegen unbeliebt geblieben. "Die Zeit der Optimierungen und Versuchsmodelle ist abgelaufen."

Das Bündnis - ein Zusammenschluss aus Eltern, Pädagogen, Medizinern und Psychologen - beklagt seit Monaten Gesundheitsbelastungen wie Stresssymptome, Schlafstörungen und Kopfschmerzen als Folge überlanger Schultage.

Die G-8-Kritiker fürchten aber nicht nur um das Wohlergehen der Kinder, sondern auch um die Qualität der Bildung. Wenn Lehrpläne und Hausaufgaben in NRW weiter zusammengestrichen würden, könnten die Schüler kaum noch Kernkompetenzen erwerben, kritisierte Nostadt.

Nach massiven Protesten haben inzwischen viele westliche Bundesländer wieder Optionen für G9 geschaffen. Niedersachsen kehrt zum Schuljahr 2015/16 komplett zu G9 zurück.

Löhrmann hat Vertreter aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Runden Tisch im Mai eingeladen, um zu prüfen, ob G8 noch gesellschaftlicher Konsens ist. Außerdem sollen Verbesserungen der 2005 eingeführten Schulzeitverkürzung erörtert werden. - dpa

Quelle: wa.de

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