Brustkrebs zu spät erkannt - Frauenarzt muss Schmerzensgeld zahlen

HAMM - Ein Frauenarzt aus Dorsten muss einer an Brustkrebs erkrankten Patientin 20 000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil er ihr nicht rechtzeitig zu einer Mammografie geraten hat. Dies hat das Oberlandesgericht in Hamm in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden.

Die Richter gehen davon aus, dass der heute 66 Jahre alten Frau aus Dorsten (Kreis Recklinghausen) wahrscheinlich eine Chemotherapie erspart geblieben wäre, wenn der Arzt ihr früher zu einem Mammografie-Screening geraten hätte.

Stattdessen hatte er zwei Jahre vor der Krebsdiagnose bei einer Vorsorgeuntersuchung die Brust seiner Patientin nur per Ultraschall untersuchen lassen und den Krebs nicht festgestellt. Weil sich zu dem Zeitpunkt noch keine Metastasen gebildet hätten, hätte man den Krebs bei zeitiger Diagnose durch Mammografie mit einer weniger belastenden Operation bekämpfen können, so die Richter. Den unterlassenen Rat zu einer Mammografie-Untersuchung werteten sie als groben Behandlungsfehler. Die Frau habe das Risiko zu erkranken, auf das geringste verringern wollen. Der Arzt habe ihr überdies Medikamente verschrieben, die geeignet waren, jenes Risiko zu steigern. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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