Breite Front gegen Fracking in NRW

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Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne)

DÜSSELDORF - Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat die Bundesregierung aufgefordert, endlich die Gasförderung mit giftigen Chemikalien zu verbieten.

Remmel warf der schwarz-gelben Koalition vor, eine Entscheidung gegen das Fracking vor der Bundestagswahl zu scheuen. Wenn die Bundesregierung es mit dem Schutz von Mensch und Umwelt ernst meine, müsse das Kabinett jetzt ein Gesetz vorlegen, betonte Remmel am Dienstag in einer Mitteilung. Auch Umweltverbände und andere Parteien erneuerten ihre Forderung nach einem Fracking-Verbot.

Angesichts neuer Widerstände in der Union wird das Kabinett an diesem Mittwoch nicht über eine Fracking-Regelung abstimmen. Damit wird eine Entscheidung vor der Bundestagswahl unwahrscheinlich. Auch der Chef der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann, hatte sich in einem Protestbrief an die Bundeskanzlerin gegen Fracking ausgesprochen. Dabei wird mit einem Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch Schiefergestein in großer Tiefe aufgebrochen, damit das Gas aus Hohlräumen entweichen kann.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz forderte "ein gesetzliches, ausnahmsloses und zeitlich unbeschränktes Fracking-Verbot". Notfalls müsse NRW ein eigenes Verbotsgesetz auf den Weg bringen, verlangte der Bund für Umwelt und Naturschutz. Die Landesregierung hatte bereits im vergangenen Herbst nach Auswertung einer Risiko-Studie mitgeteilt, dass sie keine Bohrungen mit giftigen Chemikalien zulassen werde.

Die Landtagsfraktion der Grünen bekräftigte ihre Haltung am Dienstag mit einem Anti-Fracking-Beschluss. Die Technologie berge hohe Risiken für Trink- und Grundwasser und damit für die Menschen, betonte die energiepolitische Sprecherin der Fraktion, Wibke Brems. Die Piraten wollen an diesem Mittwoch im Düsseldorfer Landtag beantragen, Erdgasförderung mit Fracking verbieten zu lassen. - dpa

Quelle: wa.de

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