Prozessauftakt: Brandanschlag auf Mehrfamilienhaus

[UPDATE] KÖLN - Zwei junge Männer müssen sich seit Donnerstag vor dem Kölner Landgericht für den Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus verantworten. Sie sollen in einer Nacht im vergangenen Juli mindestens drei Molotowcocktails in die Erdgeschosswohnung in Leverkusen geworfen haben.

Es brach sofort ein Feuer aus. Zur Tatzeit befanden sich neun Menschen in dem Gebäude, sie konnten sich unverletzt ins Freie retten. Die 18 und 23 Jahre alten Männer sind wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung angeklagt.

In dem Haus wohnten Sinti und Roma. Die Tat hatte vor allem anfangs für großes Aufsehen gesorgt, weil die Ermittler zunächst auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund in Betracht gezogen hatten. Dies stellte sich aber später als nicht zutreffend heraus.

Vielmehr handelte es sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft um einen Racheakt. Demnach wollte der 23-Jährige sich für einen vermeintlichen Diebstahl von mehreren 10 000 Euro durch Mitglieder der in dem Haus wohnenden Großfamilie rächen. Seinem Komplizen soll er 35 000 Euro angeboten haben, damit er ihm hilft. Die Staatsanwältin sagte, die Angeklagten hätten gewusst, dass sich zur Tatzeit in dem Haus ahnungslose Menschen befanden, und deren Tod zumindest billigend in Kauf genommen.

Am ersten Verhandlungstag machten die Angeklagten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch (9.5.) fortgesetzt. Bis Anfang Juni sind noch acht Verhandlungstage angesetzt. - lnw

Quelle: wa.de

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