WCCB und Beethoven-Festspielhaus

Bonn: Weiter Probleme mit Bau-Großprojekten

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Einer der Entwürfe für das Beethoven-Festspielhaus.

Bonn - Im Prozess um das Millionendesaster beim Bau des Bonner Kongresszentrums WCCB hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage zugestimmt. Probleme macht jetzt das geplante Beethoven-Festspielhaus.

Die Bonner Wirtschaftsstrafkammer hatte vor einer Woche nach dreimonatiger Prozessdauer überraschend eine Einstellung des Verfahrens um das WCCB wegen geringer Schuld vorgeschlagen. Gegen den ehemaligen Bonner Stadtdirektor Arno Hübner (72) wie auch der Bürgeramtschefin Eva Maria Zwiebler (62) könne nach derzeitigem Prozess-Stand der Vorwurf des Betrugs nicht aufrechterhalten werden, hatte der Kammervorsitzende erklärt.

Angeklagten für Einstelllung des Verfahrens 

Das Bonner Kongresszentrum WCCB wurde inzwischen eröffnet.

Auch beide Angeklagte haben sich heute grundsätzlich mit einer Einstellung einverstanden erklärt. Allerdings wollen sie es davon abhängig machen, ob die Stadt Bonn ihre kompletten Anwaltskosten in Höhe von mehr als 842.000 Euro übernimmt. Darüber will der Bonner Stadtrat am kommenden Donnerstag im nichtöffentlichen Teil abstimmen.

Der WCCB-Bau mitsamt Hotel im früheren Regierungsviertel neben dem UN-Campus wurde 2009 gestoppt, nachdem aufgefallen war, dass die Stadtoberen sich von dem Investor hatten blenden lassen. Der wurde 2013 zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt.

Mittlerweile ist das WCCB durch den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eröffnet worden.

Finanzierung des Festspielhauses wackelt

Die Deutsche Post zieht sich aus der Finanzierung des geplanten Beethoven-Festspielhauses in Bonn zurück. "Wenn schon zum Start kein eindeutiger Schulterschluss innerhalb der Stadt zu erkennen ist, dann hat das Projekt keine Zukunft und ist auch für Sponsoren nicht hinreichend attraktiv", sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Appel laut Mitteilung vom Dienstag.

Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bedauert diese Entscheidung in einer ersten Stellungnahme "außerordentlich". Einen "eindeutigen Schulterschluss innerhalb der Stadt" gebe es bei Projekten dieser Art nie.

Einer der Entwürfe für das Beethoven-Festspielhaus.

Der Vorsitzende der Initiative "Bürger für Beethoven", Stephan Eisel, nannte den Rückzug der Post "eine Riesen-Blamage" für Nimptsch unddie Kommunalpolitik. Ursprunglich wollte sich die Deutsche Post als Hauptinvestor mit maximal 30 Millionen Euro an dem mindestens 70 Millionen Euro teuren Festspielhaus, das zum 250. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2020 fertiggestellt werden sollte, beteiligen.

Stattdessen will das Unternehmen jetzt andere Möglichkeiten sondieren, die Feierlichkeiten zu unterstützen. - dpa

Quelle: wa.de

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