Wiederwahl

Wahl 2020 in Bochum: OB Eiskirch macht den Sack zu - deshalb wurden Briefwahlzentren evakuiert

Deutsches Bergbau-Museum in Bochum
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In Bochum werden am 13. September der Oberbürgermeister und der Stadtrat gewählt.

Bochum ist SPD-Herzland. Die Sozialdemokraten stellen seit 1946 den Oberbürgermeister der Ruhrgebietsstadt. Bei der Kommunalwahl setzte sich Amtsinhaber Thomas Eiskirch gegen acht Herausforder durch.

+++ Der SPD-Oberbürgermeister in Bochum, Thomas Eiskirch (49), hat bei der Kommunalwahl die direkte Wiederwahl geschafft. Er erreichte nach Auszählung aller Wahlbezirke 61,77 Prozent der Stimmen, wie die Stadt am Sonntagabend mitteilte. Sein Herausforderer von der CDU, der Rechtsanwalt Christian Haardt (55), kam auf 20,33 Prozent.

Die Bochumer Grünen hatten vorab mit der SPD vereinbart, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen und zur Unterstützung Eiskirchs aufzurufen. Der 49-jährige war vor seiner Wahl an die Spitze der 365.000-Einwohner-Stadt zehn Jahre lang SPD-Landtagsabgeordneter.

+++ Das Endergebnis für die Ratswahl in Bochum: Die SPD geht als Sieger mit 33,67 Prozent hervor, gefolgt von den Grünen mit 22,17 Prozent. Die CDU kommt auf 20,82, die Linke auf 6,11 Prozent. Die AfD schafft 5,64 Prozentpunkte.

Kommunalwahl in Bochum: Evakuierung zweier Briefwahlzentren - das war der Grund

+++ Das war der Grund für die Evakuierung zweier Briefwahlzentren am Nachmittag: Wahlhelfer hatten in einem Briefwahlzentrum „zwei verdächtige Umschläge gefunden, die deutlich dicker waren, als das normale Kuvert“, so die Polizei am Sonntagabend. Zwei benachbarte Briefwahlzentren mit 800 Helfern wurden evakuiert, das LKA zu Hilfe gerufen. „Um 19.30 Uhr wurden die beiden Briefumschläge seitens des Entschärfers geröntgt und geöffnet. Das Ergebnis: Die sehr ungewöhnlich gefalteten Stimmzettel hatten die unübliche Form der Briefumschläge verursacht“, teilte die Polizei mit. Der Wahlleiter habe die Stimmzettel als ungültig gewertet. Ein strafbarer Hintergrund bestehe wohl nicht.

+++ Klare Angelegenheit für den gemeinsamen Kandidaten von SPD und Grünen und Amtsinhaber Thomas Eiskirch: Mit 61,77 Prozent der Stimmen in 281 Wahlbezirken hat er den Sack zugemacht, er bleibt Chef des Bochumer Rathauses.

+++ Die letzten Wahllokale haben in Bochum erst gegen 19 Uhr geschlossen. Grund waren lange Warteschlangen vor den Lokalen, wie Stadtsprecher Thomas Sprenger sagt. Erst eine Stunde später hätten dann alle, die sich bis 18 Uhr angestellt hätten, auch ihre Stimme abgegeben. Sprenger berichtete von mehr als zehn Wahllokalen mit Warteschlangen. Hauptgrund für die Verzögerungen sei der Infektionsschutz gewesen: Viele Wahlräume hätten nur von zwei Wählern gleichzeitig betreten werden dürfen.

+++ Nach der Auszählung von 54 der 281 Wahlbezirken sieht es gut aus für OB Eiskirch: Sein Anteil an den bisher ausgezählten Stimmen liegt bei 61,03 Prozent, am nächsten dran kommt CDU-Kandidat Christian Haardt mit 18,43.

+++ Die Polizei hat die verdächtigen Umschläge aus den betroffenen Wahllokalen entfernt, sie werden jetzt untersucht. Das twitter die Stadt Bochum vor wenigen Minuten. „Die Briefwahlzentren sind wieder bezogen worden und die Auszählung läuft."

+++ Zwei Bochumer Briefwahlzentren wurden am Nachmittag evakuiert, weil verdächtige Gegenstände in Wahlbriefen gefunden wurde. Die Stadt Bochum forderte nach Informationen des WDR Spürhunde an. Welche Folgen sich daraus für den weiteren zeitlichen Ablauf ergeben, ist bislang unklar. Es handelt sich um das Neue Gymnasium Bochum und die Hans-Böcker-Schule. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Jeweils gegen 17 Uhr wurde in je einem Briefwahlumschlag ein verdächtiger Gegenstand festgestellt, twittert die Stadt Bochum.

+++ Die Stadt Bochum hat die ersten Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlicht. Sie liegt bei 37,5 Prozent inklusive Briefwahl. Zum Vergleich: Bei der letzten Kommunalwahl 2014 lag die Wahlbeteiligung um 15 Uhr bei 37,6 % inkl. Briefwahl. Insgesamt haben 2014 48,5 % gewählt.

Kommunalwahl 2020 in Bochum: OB Eiskirch gegen acht Herausforderer

Bochum - „Bochum, ich komm aus dir“, sang Herbert Grönemeyer, der berühmteste Sohn der Ruhrgebietsstadt zwischen Dortmund und Essen. Das trifft auch auf die zwei aussichtsreichsten Kandidaten bei der Kommunalwahl für den Posten des Oberbürgermeisters von Bochum zu.

Amtsinhaber Thomas Eiskirch (SPD) und Herausforderer Christian Haardt (CDU) werden die größten Chancen bei der OB-Wahl eingeräumt. Am 13. September wählen die Bochumer außerdem ihre Vertreter für den Stadtrat, die Bezirke und das Ruhrparlament.

Kommunalwahl in Bochum (NRW)
Termin:Sonntag, 13. September 2020
Was wird gewählt?Oberbürgermeister, Stadtrat, Bezirksvertretung, Ruhrparlament
Wer darf wählen?Mindestalter: 16; deutsche oder EU-Staatsangehörigkeit
Stichwahlen:Sonntag, 27. September 2020

Kommunalwahl 2020 am 13. September in Bochum (NRW)

Am 13. September 2020 sind Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Es ist der erste Termin für die Kommunalwahl seit sechs Jahren. Die neue Legislaturperiode wird wie gewohnt wieder fünf Jahre dauern. Nicht jede Entscheidung wird bereits am 13. September fallen. Vielerorts - und womöglich auch in Bochum - wird es zur Ermittlung des Oberbürgermeisters eine Stichwahl geben, die für den 27. September angesetzt ist.

Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) strebt bei der Kommunalwahl am 13. September seine zweite Amtszeit an.

Am 13. September wird sich entscheiden, ob die SPD in Bochum weiterhin die stärkste Fraktion im Stadtrat stellt und wer zweit- und drittstärkste Kraft in der 365.000-Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet wird. Bei der Kommunalwahl 2014 in Bochum kam die SPD auf 38,7 Prozent der Stimmen (31 Sitze), die CDU auf 25,7 (22), die Grünen auf 12,8 (12) und die Linke auf 6,3 (4). Ebenfalls im Stadtrat vertreten sind FDP, UWG und AfD. Bochum wird von einer rot-grünen Koalition regiert.

Zur Wahl treten in Bochum folgende Parteien und Bündnisse an: SPD, CDU, Grüne, Die Linke, AfD, FDP, UWG: Freie Bürger, Die Stadtgestalter, NPD, Soziale Liste Bochum, Die Partei.

Kommunalwahl in Bochum: OB Thomas Eiskirch tritt gegen acht Kandidaten an

Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Oberbürgermeisterwahl. Amtsinhaber ist Thomas Eiskirch (SPD). Er setzte sich 2015 in der Stichwahl gegen Klaus Franz (CDU) durch und strebt nun seine zweite Legislaturperiode an. Die Bürger von Bochum haben am 13. September die Wahl zwischen neun OB-Kandidaten. Bündnis 90/Die Grünen verzichten auf einen eigenen Kandidaten und unterstützen stattdessen die Wiederwahl von Eiskirch. Zur Wahl stehen diese Kandidaten:

  • Thomas Eiskirch (SPD)
  • Christian Haardt (CDU)
  • Amid Rabieh (Die Linke)
  • Felix Haltt (FDP)
  • Jens Lücking (UWG/Freie Bürger)
  • Dr. Volker Steude (Die STADTGESTALTER)
  • Ariane Meise (NPD)
  • Günter Gleising (SOZIAL)
  • Nils-Frederick Brandt (Die Partei)

OB-Kandidat in Bochum: Thomas Eiskirch (SPD)

Angeführt wird die Liste der OB-Kandidaten von Amtsinhaber Thomas Eiskirch (49). Der Bochumer mit Geburtsort Hagen machte am Albert-Einstein-Gymnasium sein Abitur und begann später an der Ruhr-Uni ein Studium der Wirtschaftswissenschaften. Thomas Eiskirch arbeitete als kaufmännischer Angestellter und war Prokurist einer Immobiliengesellschaft. 2005 wurde er in den NRW-Landtag gewählt. Aus dem schied er aus, als er 2015 die Oberbürgermeister-Wahl in seiner Heimatstadt gewann. Eiskirch ist bekennender Fan des VfL Bochum. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

OB-Kandidat in Bochum: Christian Haardt (CDU)

Die Vita von Christian Haardt (55) ähnelt der seines Kontrahenten Thomas Eiskirch (SPD): Haardt wuchs in Bochum auf, legte dort 1984 sein Abitur an der Graf-Engelbert-Schule ab und begann ein Jura-Studium an der Ruhr-Uni Bochum. 1995 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Seit Fachgebiet ist das Arbeitsrecht. Haardt kandidierte zweimal als Direktkandidat des Wahlkreises Bochum II für den NRW-Landtag. 2012 rückte er in den Landtag nach. Seit 2013 ist Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Bochum.

Die Kommunalwahl in Bochum findet am 13. September 2020 statt. Das Stadtgebiet Bochum ist in 33 Kommunalwahlbezirke eingeteilt. Für jeden der insgesamt 186 Stimmbezirke in Bochum ist ein Wahllokal eingerichtet. Stimmbezirk und Wahllokal sind auf der Wahlbenachrichtigung verzeichnet. Der Ort der Stimmabgabe lässt sich auch anhand der Wohnadresse mit dem Wahllokal-Finder bestimmen.

Gewählt werden am 13. September in Bochum:

  • die Oberbürgermeisterin/der Oberbürgermeister
  • der Rat der Stadt Bochum
  • die Bezirksvertretungen
  • das Ruhrparlament
  • der Integrationsausschuss

Bislang wurden die Vertreter im Ruhrparlament von den jeweiligen Räten bzw. Kreistagen gewählt. Seit 2015 können die Bewohner des Ruhrgebiets das Ruhrparlament im Rahmen der Kommunalwahl in NRW in einer geheimen Wahl direkt wählen. 

Wer Oberbürgermeister von Bochum werden will, muss die absolute Mehrheit der Stimmen - also 50 Prozent plus eine Stimme - auf sich vereinen. Thomas Eiskirch gelang das beim letzten Mal nicht. Er musste in die Stichwahl und setzte sich darin mit 53,1 Prozent durch. Eine mögliche Stichwahl für die Wahl des Oberbürgermeisters ist NRW-weit und damit auch in Bochum für den 27. September 2020 terminiert.

Die Liste der Oberbürgermeister von Bochum seit 1946:

  • 1946–1952: Willi Geldmacher, SPD
  • 1952–1969: Fritz Heinemann, SPD
  • 1969–1975: Fritz Claus, SPD
  • 1975–1994: Heinz Eikelbeck, SPD
  • 1994–2004: Ernst-Otto Stüber, SPD
  • 2004–2015: Ottilie Scholz, SPD
  • seit2015–: Thomas Eiskirch, SPD

Bei der Kommunalwahl 2020 in NRW können die Wähler je nach Wohnort bis zu fünf Stimmzettel bekommen. Wer wie viele Stimmzettel bekommt und worauf zu achten ist. Wegen der Coronavirus-Krise gibt es bei der Kommunalwahl in NRW einiges zu beachten. Bei der Kommunalwahl in NRW 2020 rechnen Experten mit einer Rekord-Teilnahme an der Briefwahl.

Spannend könnte die Oberbürgermeister-Wahl in Dortmund verlaufen. Auch hier - in der oft zitierten „Herzkammer der Sozialdemokratie“ - liefern sich die Kandidaten von SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Nachfolge von Ullrich Sierau, der nicht wieder kandidiert. In Münster muss sich Amtsinhaber Markus Lewe (CDU) gegen acht andere Kandidaten behaupten. In Düsseldorf kommt es zu einem interessanten Duell zwischen Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) und CDU-Mann Stephan Keller, der Stadtdirektor des ungeliebten rheinischen Nachbarn Köln ist. In Bielefeld hat Oberbürgermeister Pit Clausen beste Chancen auf eine dritte Amtszeit im ersten Anlauf. In Hagen hofft der von der Jamaika-Koalition unterstützte parteilose Amtsinhaber Erik O. Scholz auf die Wiederwahl gegen seinen SPD-Herausforderer.

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