7100 Menschen betroffen

Fliegerbombe in Dortmund erfolgreich entschärft

[UPDATE 0.30 Uhr] DORTMUND - Wieder hat eine Fliegerbombe mit gefährlichem Säurezünder Alarm ausgelöst. In Dortmund musste ein Klinikviertel teilweise geräumt werden. Ob der Zünder entschärft oder die Bombe gesprengt werden musste, blieb lange unklar.

Feuerwehrleute sprechen in der Friedrichstraße in Dortmund mit Anwohnern.

Eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am späten Donnerstagabend im Dortmunder Klinikviertel nahe der Innenstadt erfolgreich entschärft worden. Trotz beschädigtem Säurezünder sei es dem Kampfmittel-Beseitigungsdienst gelungen, die schwere Fliegerbombe kurz vor Mitternacht unschädlich zu machen, teilte die Stadt mit. Tausende Menschen wurden zuvor in Sicherheit gebracht. In drei Kliniken mussten Patienten in geschützte Bereiche verlegt werden. Wäre die Entschärfung aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden, hätte der Räumdienst die Bombe gesprengt. Bei solchem Vorgehen hatte es in der Vergangenheit allerdings in München und Viersen größere Schäden gegeben.

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Bombenfund in Dortmund

Arbeiter hatten am Nachmittag die britische Fliegerbombe bei Ausschachtungen freigelegt. Daraufhin liefen umfangreiche Evakuierungen an. Mehrere tausend Menschen waren davon betroffen. Zur Sicherung der Fundstelle wurden Hunderte Tonnen Sand angefordert.

Neben Verlegungen innerhalb von drei Krankenhäusern mussten die Einsatzkräfte mehrere tausend Anwohner aus dem Innenstadtbezirk in Sicherheit bringen. Rund 7100 Menschen sind nach Angaben der Stadt in dem betroffenen Bereich gemeldet. In den Kliniken reichte es dagegen, die Patienten innerhalb der eigenen Komplexe zu verlegen, so auch im Universitätsklinikum. Für komplette Verlegungen waren zunächst sogar Krankenwagen aus anderen Landesteilen angefordert worden. Zeitweise waren die Straßen verstopft, weil Angehörige Patienten aus dem Krankenhaus holen wollten.

Erst am Dienstag hatten Experten in Duisburg eine 500-Kilo-Bombe sprengen müssen. Am Mittwoch sorgte in Köln die Entschärfung eines Blindgängers für Behinderungen in der Innenstadt. Im Duisburger Fall hatte der Räumdienst auf eine Entschärfung wegen des gefährlichen Säurezünders verzichtet. Die Sprengung verlief glimpflich und verursachte nur geringe Schäden. Unter anderem wurde deutlich mehr Sand als Schutzmaterial verwendet als in einem weniger gut verlaufenen Fall in Viersen.

In München hatte die Sprengung einer Bombe Ende August für einen Millionenschaden gesorgt. Mitte September verursachte die kontrollierte Sprengung eines Blindgängers in der Innenstadt von Viersen ebenfalls erheblichen Sachschaden. Beide Bomben hatten Säurezünder. Bomben mit Aufschlagzündern sind einfacher zu entschärfen. - dpa

Quelle: wa.de

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