Eurobahn & Abellio nicht betroffem

Zwei Drittel der Züge fallen aus - Privatbahnen fahren

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Düsseldorf - Auch an Rhein und Ruhr wird der Lokführerstreik den Bahnverkehr massiv behindern. Die Bahn rechnet damit, dass zwei Drittel der Züge ausfallen. Die Hauptlinien sollen jedoch zumindest eingeschränkt bedient werden.

Bahnfahrer in NRW müssen mit massiven Behinderungen durch den Lokführerstreik rechnen. An Rhein und Ruhr werden am Dienstag voraussichtlich nur rund 30 Prozent der Züge fahren, wie ein Bahnsprecher am Montag sagte. Dies gelte sowohl für den Nah- wie auch für den Fernverkehr.

Gut zu wissen

Aufgrund des angekündigten Bahnstreiks hat der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in Abstimmung mit dem Landesverkehrsministerium beschlossen, die Zahl seiner Tagesbaustellen auf Autobahnen zu reduzieren. 

Zwar führt Straßen.NRW ohnehin ein Drittel dieser Arbeiten auf staubelasteten Strecken bei Nacht durch, aber das Markieren von Baustellen zum Beispiel kann bei Nachtfeuchte nicht durchgeführt werden. An Spitzentagen hat Straßen.NRW bis zu 80 Tagesbaustellen je 24 Stunden zu verzeichnen.

Gänzlich von der Bildfläche verschwinden können diese Baustellen allerdings nicht. Zum einen muss der Landesbetrieb Arbeiten, die der Verkehrssicherheit dienen, weiterhin durchführen, etwa wenn Schutzplanken beschädigt sind. Zum anderen sind Tagesbaustellen zwar von kürzerer Dauer, sie haben aber mitunter eine längere Vorlaufzeit.

Der Landesbetrieb weist im Zusammenhang mit dem Streik auch noch einmal auf einen speziellen Service hin: Auf der Internetseite www.strassen.nrw.de finden Autofahrer eine Übersicht über Mitfahrerparkplätze in NRW. Das Parken auf Mitfahrerparkplätzen ist kostenlos und zeitlich unbegrenzt möglich. Sie liegen nah an einer Anschlussstelle zur Autobahn oder Bundesstraße und sind dadurch vor allem für Fahrgemeinschaften attraktiv. - eB

Die Situation sei damit ähnlich wie bei den vorangegangenen Streiks. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will den Personenverkehr bundesweit von Dienstagmorgen um 2.00 Uhr an bestreiken. Der bislang längste Ausstand in der Geschichte der Deutschen Bahn AG soll bis Sonntagmorgen um 9.00 Uhr dauern.

Im Güterverkehr sollte der Arbeitskampf sogar schon am Montagnachmittag beginnen.

Bei der Deutschen Bahn sind nach Angaben der Gewerkschaft rund 75 Prozent der Lokführer GDL-Mitglied. Den angekündigten Ersatzfahrplan will die Bahn mit Lokführern auf die Beine stellen, die verbeamtet, in anderen Gewerkschaften organisiert sind oder nicht dem Streikaufruf der GDL folgen.

Wichtige Bahnlinien wie die Regionalexpresslinie von Aachen nach Hamm sollen nach Angaben des Sprechers zumindest eingeschränkt fahren. So verkehre die S1 von Dortmund nach Solingen im Stundentakt statt alle 20 Minuten.

"Wir gehen davon aus, dass wir einen stabilen Ersatzfahrplan anbieten können. Die Fahrgäste können sich darauf verlassen, dass die darin angegebenen Züge fahren", sagte der Bahnsprecher.

Hier informiert die Bahn:

- Meldungen für NRW

- Meldungen zum Fernverkehr

Nicht vom Streik betroffen sind die Privatbahnen. Hierzu zählen etwa Züge des Hamburg-Köln-Express (HKX), der Eurobahn,  von Abellio (siehe Mitteilung im Wortlaut ganz unten), der Nordwestbahn, der Transregio, der Westfalenbahn sowie die S-Bahnlinie 28 zwischen Mettmann und Kaarst.

Es ist die achte Warnstreik- oder Streikaktion seit Beginn die Tarifkonflikts. Zuletzt hatten die Lokführer im April gestreikt. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche sowie eine Begrenzung der Überstunden.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) kritisierte den erneuten Streik scharf. "Das Tarifeinheitsgesetz kommt leider genauso verspätet wie manche Regionalbahn", sagte Groschek der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (Montagsausgabe).

Das geplante Gesetz soll dafür sorgen, dass künftig nur der Tarifvertrag der größten Gewerkschaft in einem Betrieb gilt. Bei der Bahn ist die GDL deutlich kleiner als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Es werde Zeit, dass die Weichen in Berlin richtig gestellt werden, mahnte Groschek. "Einigkeit und nicht Kraftmeierei unter Gewerkschaften macht stark und schafft für die DB-Kunden Berechenbarkeit."

Auch die CDU-Fraktion verurteilte den neuerlichen Streik. "Die GDL (...) steht kurz davor, jede Glaubwürdigkeit und jede Akzeptanz zu verspielen", sagte der verkehrspolitische Fraktionssprecher Klaus Voussem. - dpa

Mitteilung von Abellio im Wortlaut

"Die Abellio Rail NRW GmbH wird auch beim längsten bisher in Deutschland angekündigten Bahnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nicht betroffen sein. Das Privatbahn-Unternehmen wird während der zu erwartenden Streikmaßnahmen alle Strecken fahrplanmäßig befahren. Die Tarifauseinandersetzung wird derzeit zwischen der Deutschen Bahn AG und der GDL ausgetragen.

Abellio hält den Regelverkehr auf den Strecken S7, RB 40, RB 46, RB 91 und RE 16 wie gewohnt aufrecht. Vorsorglich weisen wir unsere Fahrgäste darauf hin, dass mittelbare Auswirkungen des Streiks, etwa durch bestreikte DB-Züge in den Bahnhöfen, zu Einschränkungen und Verspätungen im Betriebsablauf führen können. Abellio ist sehr bemüht, diese Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten."

Quelle: wa.de

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