Bischöfe beten für religiöses Miteinander und Absturzopfer

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Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck spricht in Bottrop in der St. Cyriakus-Kirche vor dem Kreuzweg-Gebet zu den Gläubigen. Nach heftigen Regenfällen musste der Karfreitag-Kreuzweg auf die Halde Haniel abgesagt werden.

MÜNSTER/BOTTROP - Am Karfreitag gedenken die Christen des Leidens Jesu: Münsters Bischof nutzte seine Predigt, um auf die Flugzeugtragödie einzugehen. Für ihn ist Jesus am Kreuz Symbol abgründiger und unfassbarer Erfahrungen.

In seiner Karfreitagspredigt hat Münsters Bischof Felix Genn zum Gebet für die Opfer des Flugzeugabsturzes und ihre Angehörigen aufgerufen. Angesichts des Unglücks stelle sich für viele Menschen die Frage nach dem Warum der Tragödie, die jedoch ohne unmittelbare Antwort bleibe: "Das Ganze, was da geschehen ist, hat eine Abgründigkeit, die wir gar nicht ausloten können", sagte Genn laut Mitteilung im St.-Paulus-Dom in Münster.

In dieser Erfahrung von Unfassbarkeit könne der Blick auf den gekreuzigten Jesus deutlich machen, dass Gott den menschlichen Abgründen nicht unbeteiligt gegenüberstehe, sondern dass er sogar selbst in diese Abgründe gestiegen sei. "Wir dürfen es sogar wagen, dem Erlöser der Welt denjenigen anzuvertrauen, der dieses tiefe Leid verursacht hat", bezog Genn schließlich auch den Co-Piloten des Germanwings-Fliegers mit ein.

In zahlreichen Gemeinden Nordrhein-Westfalens gedachten die Christen am Karfreitag des Leidens und Sterbens von Jesus Christus am Kreuz. Nach biblischer Überlieferung wurde an diesem Tag der Sohn Gottes verurteilt und gekreuzigt. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck trat in seiner Predigt am Morgen des Karfreitags für ein Miteinander der Religionen ein. In einem Land, das immer mehr zu einem Einwanderungsland werde, sei es umso wichtiger, "Toleranz im Zusammenleben der Religionen zu fördern und als Christen Maß am demütigen, armen Jesus, am Gekreuzigten zu nehmen", sagte der Bischof laut Redemanuskript in einer Karfreitagsandacht in Bottrop.

Gerade auch angesichts der Auseinandersetzungen im Mittleren Osten sei es eine große Aufgabe, Menschen mit anderen Religionen und Überzeugungen friedlich, aufmerksam und respektvoll zu begegnen. "Wir dürfen dabei von der Überzeugung ausgehen, dass alle Menschen, wer immer sie sind, Werte haben, die wir gemeinsam teilen, wie Treue, Anstand, Verlässlichkeit und Solidarität", so der Bischof weiter.

dpa

Quelle: wa.de

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