Bielefeld

Vergewaltigungen in Bethel-Klinik: Vorwürfe gegen ranghohe Ärzte

Ein Schild am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld.
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Gegen zwei weitere Ärzte des Klinikums Bethel wird im Vergewaltigungs-Fall ermittelt.

Ein Arzt soll zahlreiche Frauen im Krankenhaus in Bethel vergewaltigt haben. Nachdem sich der mutmaßliche Täter das Leben genommen hatte, wird nun gegen zwei seiner Kollegen ermittelt.

Bielefeld – Es waren schlimme Vorwürfe, die gegen einen 32-jährigen Arzt am Evangelischen Klinikum Bethel erhoben worden waren: Der Mann soll einige seiner Patientinnen zunächst betäubt und danach in seiner Praxis vergewaltigt haben. Monate bevor der Verdächtige im vergangenen September festgenommen wurde, war er bereits vom Dienst im Krankenhaus freigestellt, wie owl24.de* berichtet.

Die Taten soll der frühere Neurologe gar auf Video festgehalten haben. Wenige Tage nach seiner Festnahme beging der Mann im Gefängnis in Bielefeld Selbstmord. Doch der Fall ist damit nicht beendet: Nach dem Suizid des mutmaßlichen Täters erhob eine weitere Frau Vorwürfe gegen die Leitung des Klinikums Bethel. Sie habe sich an den Oberarzt gewandt, der sie mit ihrem Anliegen jedoch abgewimmelt habe.

StadtBielefeld
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Vergewaltigungen in Bielefeld: Was wussten die Kollegen

Daraufhin übernahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall. Wie das Westfalen-Blatt nun berichtet, werden Vorwürfe gegen einen Chefarzt und einen Oberarzt der Neurologie wegen Beihilfe zur Vergewaltigung durch Unterlassen erhoben. Beiden Ärzten aus Bielefeld* wird vorgeworfen, das Anliegen des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers abgetan zu haben.

Ihre Bewusstlosigkeit in der Praxis in Bielefeld des mittlerweile verstorbenen Arztes führten die beiden Beschuldigten auf das Legen des Venenzugangs zurück. Später sei in der Patientenakte der Frau jedoch vermerkt worden, dass es einen „Verdacht auf Kreislaufreaktion nach Gabe von Kochsalzlösung“ gegeben habe.

Vorwurf: Klinikum in Bielefeld reagierte nicht auf Hinweise

Dieselbe Patientin hatte bei einem Krankenhausaufenthalt im vergangenen Juli bereits das Klinikum Bethel darüber informiert, dass sie in ihrem Bett eine angebrochene Ampulle Narkosemittel gefunden hatte. Geschehen sei danach jedoch nichts. Über die genaue Anzahl der mutmaßlichen Opfer gibt es keine offiziellen Angaben. Zunächst sollen zehn Frauen von dem Mann aus Ostwestfalen* vergewaltigt worden sein, vermutlich ist die Dunkelziffer höher. Der 32-Jährige soll vor seinem Selbstmord in der Zelle mehrere Abschiedsbriefe hinterlassen haben. (*owl24 und msl24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

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