Erklärung angekündigt

Prozess gegen "Fort-Fun"-Betrüger begonnen

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Parkchef Gordon Cosa im Freizeitpark "Fort Fun" bei Bestwig. Im vergangenen Dezember war der Park an einen Betrüger verkauft worden. Von Dienstag an müssen sich ein 29-jähriger Mann und seine Mutter wegen Betruges vor dem Arnsberger Landgericht verantworten.

ARNSBERG - Mutter und Sohn geben sich als Millionäre aus, fälschen eine Bürgschaft und kaufen den Freizeitpark „Fort Fun“. Der Betrug fliegt auf, seit Dienstag steht das Duo vor Gericht. Für den Sohn ist das kein unbekannter Ort. Der 29-Jährige ist einschlägig vorbestraft.

Mit gefälschten Bankbürgschaften und Kontoauszügen soll ein notorischer Betrüger ein Millionenvermögen vorgegaukelt und einen Freizeitpark im Sauerland übernommen haben. Der 29-Jährige und seine 53 Jahre alte Mutter müssen sich deshalb seit Dienstag vor dem Landgericht in Arnsberg verantworten. Sie hatten Ende 2011 den Freizeitpark „Fort Fun“ bei Bestwig für sechs Millionen Euro von den französischen Eigentümern gekauft.

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Vier Wochen später rückte die Staatsanwaltschaft an, weil sich die Sicherheiten als gefälscht herausstellten. Auch eine Anzahlung von 250 000 Euro hatten Mutter und Sohn laut Anklage ergaunert. Sie hatten kurzerhand eine Achterbahn für 13 Millionen Euro bei einer Firma in den Niederlanden bestellt und sollen dafür 400 000 Euro Provision kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Duo gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung vor. Für die Justiz ist der Angeklagte kein Unbekannter. Seit 2002 hatte er immer wieder Firmen betrogen. „Das war immer das gleiche Muster. Er hatte große Pläne, einen Lebenstraum und dann fehlte das Geld“, sagte Staatsanwalt Henning Michels. Insgesamt wurde der 29-Jährige schon zu fast sechs Jahren Haft verurteilt.

Als 19-Jähriger brauchte der gelernte Bürokaufmann Geld für eine geplante Karriere als Schlagersänger. Weil er mit gestohlenen und gefälschten Schecks eine Firma um mehr als 400 000 Euro betrogen hatte, wurde er zu 15 Monaten Jugendstrafe verurteilt. Beim nächsten Mal wollte er eine Internet-Firma ans Laufen bringen. Um an Geld zu kommen, legte er bei seiner privaten Krankenversicherung gefälschte Arztrechnungen und Rezepte über mehr als 100 000 Euro vor. Aus drei alten Urteilen muss der Mann noch mehrere Jahre Haft absitzen.

Im Prozess um den Fort-Fun-Verkauf droht ihm ebenfalls eine Haftstrafe. Zum Auftakt äußerten sich Mutter und Sohn nicht. Allerdings ist es nach Worten des Vorsitzenden Richters denkbar, dass die Angeklagten noch ein Geständnis ablegen werden. Dies hätte sich in einem Rechtsgespräch der Prozessbeteiligten abgezeichnet. In drei Wochen wird der Prozess fortgesetzt. Der Park war nach dem geplatzten Verkauf vom alten Eigentümer weiter betrieben.

Quelle: wa.de

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