Andreas Meyer-Lauber bleibt DGB-Chef in NRW

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DÜSSELDORF - Der mitgliederstärkste DGB-Bezirk Nordrhein-Westfalen setzt auf Kontinuität an der Spitze. Vorsitzender Meyer-Lauber wurde im Amt bestätigt. Er fordert unter anderem eine Ausbildungsumlage.

Andreas Meyer-Lauber bleibt Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Nordrhein-Westfalen. Bei einer Bezirkskonferenz in Neuss wurde der 61-Jährige am Freitag mit 88,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Meyer-Lauber hatte keinen Gegenkandidaten. Auch seine Stellvertreterin Sabine Graf wurde wiedergewählt. Sie erhielt 78,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das teilte der DGB NRW am Freitagabend mit. Der Pädagoge hält das Spitzenamt im bundesweit größten DGB-Bezirk seit drei Jahren als Nachfolger von Guntram Schneider. Der SPD-Politiker war im Sommer 2010 als Arbeitsminister in die Landesregierung eingetreten.

Der DGB NRW warnt vor einer Energiewende zulasten der Beschäftigten. Die künftige Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass Arbeitnehmer nicht zu Verlierern des Umstiegs auf erneuerbare Energien würden, mahnte Meyer-Lauber. "Weniger CO2 und mehr gute Arbeitsplätze - auf diese Formel sollte sich die Energiewende bringen lassen", sagte er laut einer Mitteilung am Freitag.

Vor rund 100 Delegierten bekräftigte Meyer-Lauber außerdem die Forderung des DGB nach einer regionalen Ausbildungsumlage. Wer ausbilden kann und der Verpflichtung nicht nachkommt, soll in den Topf einzahlen. 24 000 junge Frauen und Männer hätten in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz in NRW bekommen, kritisierte er.

Die Perspektive auf einen Mindestlohn könne nicht darüber hinweg täuschen, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch immer dramatisch sei. "Nach wie vor sind 745 000 Menschen in NRW arbeitslos. Von ihnen sind 72 Prozent schon längere Zeit ohne Job und beziehen deshalb Hartz IV."

Bei seiner zweitägigen Bezirkskonferenz in Neuss will der DGB NRW bis zum Samstag 86 Anträge beraten - darunter den Leitantrag des Vorstands für eine regionale Ausbildungsumlage.

Turnusmäßig kommen die Delegierten nur alle vier Jahre zu einer Bezirkskonferenz zusammen. 2010 gab es wegen der notwendigen Neuwahl des Vorstands eine außerordentliche Sitzung. Der DGB NRW vertritt nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Gewerkschaftsmitglieder. - lnw

Quelle: wa.de

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