Bertelsmann will RTL-Aktien für 1,6 Milliarden verkaufen

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Symbolbild

GÜTERSLOH - Bertelsmann-Vorstand Thomas Rabe braucht viel Geld für seine Pläne. Im Februar gab es eine Dividende von 1,6 Milliarden Euro von der RTL Group. Jetzt soll die gleiche Summe mit Aktienverkäufen erzielt werden.

Der Medienkonzern Bertelsmann will mit dem angekündigten Verkauf von Aktien der RTL-Group bis zu 1,6 Milliarden Euro einnehmen. Vom 18. bis 29. April würden (inklusive einer Mehrzuteilungsoption) maximal 25,5 Millionen Aktien angeboten, teilte die RTL Group am Mittwoch mit. Die Preisspanne liegt bei 54 bis 62 Euro. Bertelsmann will mindestens 75 Prozent an seinem größten Geschäftsbereich behalten.

Mit den Erlösen will Europas größter Medienkonzern in Zukunftsbereiche investieren. Eine einzelne Großinvestition sei nicht geplant, hatte Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe jüngst betont. Im Februar hatte die RTL Group bereits eine Dividende von insgesamt 1,6 Milliarden Euro an Bertelsmann ausgeschüttet. Bisher hält Bertelsmann 92,3 Prozent der Aktien. Die restlichen 7,7 Prozent waren an den Börsen in Luxemburg und Brüssel notiert. Künftig sollen die Papiere auch in Frankfurt notiert sein. Erster Handelstag ist voraussichtlich der 30. April.

Bis Ende April können jetzt die Gebote abgegeben werden. Dann legt Bertelsmann abschließend den Preis der Aktie fest, der dann voraussichtlich am 29. April verkündet werde, hieß es in Unternehmenskreisen. Nach der Platzierung von etwa 24 Prozent der Anteile gilt die RTL Group bei Experten als MDax-Kandidat.

Seit der Ankündigung des Börsengangs Ende Januar hat die Aktie kräftig an Wert verloren. Der Kurswert sank von fast 76 Euro auf jetzt 57,70 Euro. Bis dahin hatten viele gehofft, dass Bertelsmann die restlichen 7 Prozent früher oder später für teures Geld aufkaufen würde.

Die RTL Group leistete 2012 den größten Beitrag zum Bertelsmann -Konzernergebnis. Vor allem RTL Deutschland hatte daran seinen Anteil: 35 Prozent des Umsatzes und die Hälfte des Ergebnisses der RTL Group stammten aus dem Deutschlandgeschäft. Für das erste Quartal rechnet die Sendergruppe mit einer Steigerung des operativen Gewinns (EBITA) gegenüber dem Vorjahr im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Im Auftaktquartal 2012 hatte RTL operativ 191 Millionen Euro verdient.

Zu der RTL Gruppe mit Hauptsitz in Luxemburg gehören 53 Fernseh- und 28 Radiostationen in neun Ländern Europas sowie seit dem 5. November auch in Indien. In Deutschland zählen dazu RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. -dpa

Quelle: wa.de

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