Back Up berät in NRW rund 100 Opfer rechtsextremer Gewalt

DORTMUND - In NRW hilft die Beratungsstelle Back Up seit November 2011 Opfern rechtsextremer Gewalt. Am Montag zog die Organisation eine erste Bilanz.

Nordrhein-Westfalens erste Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer Gewalt hat im vergangenen Jahr bei 93 Menschen die Betreuung aufgenommen. Back Up geht aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer auf der Opferseite aus. Polizei und Justiz hätten nicht immer die politische Tatmotivation von Rechtsextremisten erkannt, sagte die Juristin Hannelore Sinagub am Montag in Dortmund. Deshalb erreiche Back Up auch nicht alle Opfer. Die im November 2011 gegründete Organisation erhält von Netzwerken und Polizei Hinweise und geht selbst auf die Opfer zu.

Schwerpunkt der Taten ist das östliche Ruhrgebiet, vor allem Dortmund. Dort berät Back Up allein 41 Menschen. Die Täter kämen aber auch aus der weiteren Umgebung wie zum Beispiel aus Hamm, Wuppertal oder dem Sauerland. Nach Verboten extremistischer Vereinigungen durch Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) im August 2012 seien Angriffe sogenannter Autonommer Nationalisten - Rechtsextreme in Turnschuhen - auf politische Gegner zurückgegangen, rassistisch motivierte Angriffe von Skinheads aber nicht, sagte Back Up-Leiterin Claudia Luzar. Die verbotenen Organisationen, hinter denen Autonome Nationalisten standen, seien zumindest vorübergehend unter Druck geraten. Inzwischen finden sich viele in der neuen Partei Die Rechte wieder.

Mit der Gründung mobiler Opferorganisationen in Aachen und Düsseldorf hat die Zahl der betreuten Opfer aus dem Rheinland für Back Up abgenommen. Bis zum Sommer waren es aus der Region 15 Menschen. Back Up kümmert sich aber auch um Menschen, die NRW verlassen oder aus Ostdeutschland nach NRW flüchten.

Besondere Hilfe leistet die Organisation bei der Tochter eines Nürnberger Opfers des NSU. Sie begleitet die Tochter des 2009 erschossenen Ismael Yasar am Mittwoch zum Prozessauftakt nach München. Sie könne den Prozessbeginn im Kreise der übrigen Opferangehörigen verfolgen, die dort unter der Obhut der Bundesregierung stünden, sagte Luzar. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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