In Leipzig vor Gericht

Tod beim Sex - Prozess gegen Mann aus Solingen

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Der Angeklagte Markus K. verdeckt im Landgericht Leipzig sein Gesicht. Er soll 2008 eine Rechtsanwältin aus Leipzig beim Sex mit einer Schlinge erstickt haben.

[UPDATE 14.35 Uhr] LEIPZIG/SOLINGEN - Eine junge Rechtsanwältin führt Buch über ihre zahlreichen Sexpartner. Der letzte soll die 27-Jährige erdrosselt haben. Jetzt steht er deswegen in Leipzig vor Gericht.

Leipzig (dpa/lnw) - Ein 45-Jähriger aus Solingen soll eine junge Rechtsanwältin beim heftigen Sex mit einer Seilschlinge erwürgt haben - jetzt steht der Mann in Leipzig vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat den früheren Geschäftsmann wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Der inzwischen arbeitslose 45-Jährige schwieg am Montag im Landgericht Leipzig. Bislang hat er die Vorwürfe bestritten. Er habe keinen sexuellen Kontakt zu der 27 Jahre alten Rechtsanwältin gehabt, hatte er der Polizei erklärt.

Der Tod der jungen Frau liegt schon mehr als fünf Jahre zurück. Anfang Februar 2008 war sie in ihrer Leipziger Wohnung gefunden worden. Die Ermittler glaubten zunächst an einen Selbstmord und stellten das Verfahren ein. Erst nach einer Beschwerde der Mutter, die den Prozess jetzt als Nebenklägerin verfolgt, wurde der Fall neu aufgerollt.

Die junge Frau, das wurde zum Prozessauftakt deutlich, führte eine Art Doppelleben. Beruflich die zuverlässige, engagierte Rechtsanwältin, privat eine von Suizidgedanken geplagte Frau mit zahlreichen Sexpartnern. Über die führte sie Buch. "Sie hat das sehr umfangreich protokolliert", sagte eine Kripo-Beamtin als Zeugin aus. Einer der letzten Einträge im Kalender der 27-Jährigen deutet auf den Angeklagten hin, der damals in der Nachbarschaft wohnte.

Ob der Mann im Prozess noch aussagen wird, ließ sein Anwalt am Montag offen. Das Gericht hat fünf Verhandlungstage angesetzt. Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf erteilte gleich zu Beginn einen rechtlichen Hinweis, dass der Fall möglicherweise nicht bloß als Körperverletzung mit Todesfolge sondern als Tötungsdelikt zu sehen sei. - lnw

Quelle: wa.de

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