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Mega-Bahnstreik: Gericht schlägt Vergleich vor

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Bild aus dem Essener Hauptbahnhof.

[UPDATE 19.34 Uhr] NRW - Verspätungen, Zugausfälle, genervte Pendler: Wegen des Lokführerstreiks mussten Bahnkunden am Donnerstag umplanen oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Etwa 70 Prozent der Züge in NRW fielen nach Angaben der Deutschen Bahn aus. Das Arbeitsgericht Frankfurt schlug am Abend einen Vergleich vor.

Die übrigen 30 Prozent führen aber "recht zuverlässig" nach einem Ersatzfahrplan, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Die Bahn wollte die Lokführergewerkschaft GDL unterdessen mit einer einstweiligen Verfügung zwingen, den bis Montagmorgen geplanten Streik abzubrechen. Das Gericht hat am Donnerstagabend vorgeschlagen, den Streik mit einem Vergleich beizulegen. Die Streitparteien sagten eine Prüfung zu.

In NRW seien von den Streiks etwa eine Million Reisende im Regional- und mehrere Zehntausend im Fernverkehr betroffen, sagte der Bahnsprecher. An den Bahnhöfen im Land blieb es am Morgen vergleichsweise ruhig. Offenbar hatten sich die meisten Berufspendler rechtzeitig um Alternativen gekümmert.

Im Hauptbahnhof Köln zum Beispiel waren weniger Menschen unterwegs als gewöhnlich. Die Züge, die abfuhren, waren nicht vollständig ausgelastet. Die nicht genutzten Bahnen stehen nach Angaben des Sprechers in Depots an ihrem letzten Ankunftsort und blockieren nicht die Strecken.

Private Verkehrsunternehmen wie NordWestBahn, Eurobahn, Abellio und HKX werden nicht bestreikt (siehe unten).

Straßen in NRW voll

Die Straßen in NRW waren am Morgen zwar voll, ungewöhnlich viele oder lange Staus registrierten Polizei und Straßen NRW nach eigenen Angaben jedoch nicht. Auf den Autobahnen gebe es Staus an den üblichen Stellen, aber keine Besonderheiten, sagte eine Sprecherin der Landesleitstelle Verkehr in Duisburg. Gleichwohl meldete der WDR in seinen Verkehrsnachrichten zeitweise erst Staus ab acht Kilometern Länge.

Die Taxifahrer in Köln profitierten kaum von den Ausfällen bei der Bahn: Am Taxistand vor dem Hauptbahnhof klagten einige Fahrer, dass kaum Kunden mit der Bahn ankämen und sie deshalb lange für die nächste Fahrt warten müssten.

Die Online-Plattform "Pendlerportal" dagegen, auf der sich Berufspendler zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden können, hat nach Angaben der Anbieter in den vergangenen Tagen Zuwächse verzeichnet. Die Zahl der angemeldeten Nutzer sei seit vergangener Woche um 62 Prozent gestiegen, berichteten der Kreis Paderborn und die Städteregion Aachen als Mitbetreiber.

Probleme für Fußballfans

Der Streik soll nach jetzigem Plan der GDL bis Montag um 4 Uhr dauern. Wenn es dabei bleibt, dürfte auch für viele Fußballfans am Wochenende die Anreise schwierig werden. Sämtliche Sonderzüge fielen aus, sagte der Bahnsprecher. Betroffen wäre in NRW vor allem das mit 80.000 Zuschauern ausverkaufte Westderby Dortmund gegen Mönchengladbach.

Die Deutsche Bahn rät ihren Fahrgästen, sich auf ihrer Internetseite über die Ersatzfahrpläne zu informieren.

Aktuelle Informationen der Bahn:

Notfallfahrplan Deutsche Bahn

Die Situation an Ihrem Bahnhof (Pünktlichkeitsmonitor)

Das Infotelefon der Deutschen Bahn hat die Nummer 08000-996633 (kostenfrei).

Fährt mein RE oder nicht?

Insbesondere stark frequentierte Strecken wie der RE6 zwischen Minden und Düsseldorf sollten im Regelbetrieb fahren, sagte eine Bahnsprecherin in Düsseldorf. Auch der Regionalexpress 1 zwischen Aachen über Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund nach Hamm sollte im gewohnten Takt fahren. Auf vielen Routen sollen Züge der Deutschen Bahn zumindest im Ein- oder Zwei-Stunden-Takt fahren.

Der RE 1 rollt wie gewohnt - Pendler genervt

Auf anderen Strecken hingegen sollen sämtliche Züge ausfallen. Betroffen seien davon unter anderem die Regionalexpress-Linien RE 4 (Aachen - Dortmund), RE 9 (Aachen - Siegen) und RE 11 (Mönchengladbach - Hamm) sowie die Regionalbahnen RB 25 (Köln - Marienheide) und RB 42 (Essen - Münster). Die anderen S-Bahnen fahren stündlich. 

Eurobahn:

Die Züge der Eurobahn fahren bis bis auf Weiteres planmäßig, meldete das in Hamm ansässige Unternehmen vorab. Trotzdem könne es während des Streiks zu Beeinträchtigungen auf den Strecken kommen. Interessant sind die Züge der Eurobahn in den kommenden Tagen auch für die Besucher der Allerheiligen-Kirmes in Soest. Die meisten Züge auf der Strecke zwischen Hamm und Soest werden von der Eurobahn betrieben. Ein Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass die Eurobahn den größten Bedarf abdecken könne.

Hier klicken für allgemeine aktuelle Infos der Eurobahn

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Eurobahn-Seite für die Allerheiligenkirme - hier klicken

Abellio:

Der primär Südwestfalen bedienende Anbieter Abellio fährt zwar, rechnete aber damit, dass die Züge an den Streik-Tagen überfüllt sein werden, weil viele auf andere Bahn-Anbieter ausweichen. Außerdem könne es eventuell Probleme geben, wenn ein streikender Lokführer der Bahn einen Zug auf Gleisen abstellen, die von Abellio genutzt werden. Die Streiks in der Vergangenheit hätten aber gezeigt, dass sich die Störungen und Auswirkungen in Grenzen halten, so Abellio. - WA

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Quelle: wa.de

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