Franz Müntefering bleibt bei ICE-Unfall in Lippstadt unverletzt

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Trotz einer automatischen Notbremsung des ICE wurde der Traktor komplett zerstört.

SOEST/LIPPSTADT ▪ Ein ICE ist in Dedinghausen mit einem Traktor zusammengestoßen. Weder der 49-jährige Traktorfahrer noch die Passagiere in dem Zug wurden verletzt. An Bord des ICE war auch Ex-SPD-Chef Franz Müntefering.

Der Traktorfahrer wollte gegen 10.30 Uhr an dem Bahnübergang am Dedinghausener Bahnhof abbremsen. Als er bemerkte, dass er nicht mehr vor den Schienen zum Halt kommt, sprang der Mann von seinem Fahrzeug und flüchtete aus dem Gefahrenbereich. Bei dem Zusammenstoß mit dem 160 km/h schnellen ICE wurde der Traktor komplett zerstört. Die Trümmerteile flogen bis zu 100 Meter weit und beschädigten parkende Fahrzeuge am dortigen Bahnhof.

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ICE rammt Traktor - Müntefering und 200 Reisende kommen mit dem Schrecken davon - die Bilder

Nur noch Schrott war der Traktor.

Der Zug kam nach einer Vollbremsung des 39-jährigen Lokführers etwa 600 Meter weiter zum Stillstand. Durch den Zusammenstoß wurde der Triebkopf des ICE stark beschädigt. Die etwa 200 Fahrgäste aus dem Zug blieben unverletzt und wurden mit vier Bussen und einigen Taxen nach Paderborn und Kassel gefahren. Die Bahnstrecke wurde komplett gesperrt, es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Der Gesamtschaden am Zug und am Traktor wird auf 560000 Euro geschätzt.

Gegen 16 Uhr konnte ein Gleis wieder frei gegeben werden. Der beschädigte Zug ist nicht mehr fahrbereit und wird abgeschleppt.

Franz Müntefering befand sich ebenfalls im ICE 1223 von Darmstadt nach München - es handelt sich um einer der längsten Zugverbindungen Deutschlands. „Ich bin unverletzt, mir geht es gut“, sagte Müntefering etwa eineinhalb Stunden später. Da saß er längst in einem Taxi und versuchte noch, seinen nächsten Termin zu erreichen. „Es war ein ziemlicher Knall, der ganze Zug wurde erschüttert“, erinnerte sich Müntefering im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei ein kurzer banger Moment gewesen, aber der Zug sei in der Spur geblieben. „Als wir standen, war mir klar, dass wir zumindest heile davon gekommen waren.“ Ihm sei augenblicklich bewusst gewesen, dass er in einem Zug sitze und Züge anders als Flugzeuge nach einer Kollision nicht explodieren.

Setzte die Fahrt mit dem Taxi fort: Franz Müntefering.

Müntefering weiß, worüber er spricht: Am 14. September 2009 war er mit einer Fokker 100 spektakulär notgelandet. Damals wie gestern blieb er unverletzt. „Man muss ja alles im Leben einmal mitgemacht haben“, scherzte Müntefering. Dann wurde er aber doch noch nachdenklich: „Das ist okay so, aber jetzt reicht es auch“, sagte der Sauerländer. Er sei jedenfalls sehr froh, dass alle unverletzt geblieben seien.

Nach seiner Beobachtung habe es keine Verletzten im Zug gegeben. Auch der Treckerfahrer habe sich noch vor der Kollision in Sicherheit bringen können. Ein großes Lob sprach Müntefering dem Zugpersonal aus: „Die ganze Besatzung hat sehr besonnen reagiert.“ Schon seit kurz nach dem Aufprall seien die Passagiere über den Vorfall und das weitere Procedere fortlaufend informiert worden. Müntefering war am Morgen in Bochum in den ICE zugestiegen und wollte bis Holzminden mitfahren. Der SPD-Politiker wurde am Mittag als Hauptredner bei einer SPD-Veranstaltung in Bad Pyrmont erwartet. Sein Thema: „Was hält die Gesellschaft zusammen“. - WA/ms/dfb

Quelle: wa.de

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