Bahn-Konkurrent vor schwieriger Fahrt

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Niko Maedge

KÖLN/BERLIN - Es klingt verlockend: Für 20 Euro mit dem Zug von Köln nach Hamburg, ein Hauch von Wettbewerb über dem Bahnfernverkehr. Doch bislang hat niemand die Macht des staatlichen Monopolisten brechen können.

„Zukunft“ ist auch für Bahnkunden ein weiter Begriff. „In Zukunft bietet der Hamburg-Köln-Express günstigen Reisezugfernverkehr auf der Strecke Hamburg-Köln“, verspricht der Bahn-Konkurrent HKX im Internet. Direktverbindungen schnell wie ein Intercity, lautet die Ankündigung.

Das Problem ist nur: Sie steht auf der Website schon seit letztem Sommer. Getan hat sich nichts. Die Deutsche Bahn bleibt im Fernverkehr nahezu Monopolist. Nun betritt die Kölner MSM Gruppe als weiterer Bahnrivale das Feld. Doch auch das dürfte den Fahrgästen nicht gleich die Segnungen eines umfassenden Wettbewerbs bringen.

Niko Maedge sieht das etwas anders. Schon für 19,90 Euro inklusive Reservierung will er Fahrgäste von Köln nach Hamburg bringen. Bislang fuhr Maedge mit seiner MSM Partyzüge zum Oktoberfest oder zur Nordsee. Nun hat er sich die Trassenrechte gesichert, um von Köln nach Hannover und von dort weiter nach Hamburg und Berlin zu fahren – auf Topstrecken im deutschen Netz. In den ICE-Zügen der Bahn drängen sich dort regelmäßig die Fahrgäste – zu „Sparpreisen“ ab 49 Euro.

Trotzdem bleiben die meisten Kunden auf die Bahn angewiesen. MSM will mit zwei Verbindungen täglich starten – bei der Bahn sind es mehr als 50. Maedge sagt, er habe „Gelegenheitsverkehr“ angemeldet. Ob die günstige Alternative dauerhaft täglich fährt und Stammkunden binden kann, ist folglich offen.

Dass der Wettbewerb im Fernverkehr nicht in Schwung kommt, hat vor allem einen Grund: Auf der langen Strecke fehlt den Anbietern die Absicherung durch langfristige Verkehrsverträge, wie es sie im Regionalverkehr mit den Ländern gibt. Und Lokomotiven und Züge sind teuer. - dpa

Quelle: wa.de

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