Bahn bietet ausscheidenden Bergleuten aus Bottrop neue Jobs

BOTTROP - 2018 schließt die letzte deutsche Zeche. Etwa 1700 Kumpel können nicht in den Vorruhestand gehen, weil sie noch zu jung sind oder nicht lange genug unter Tage arbeiten. Für sie bietet die Bahn jetzt eine Alternative - denn sie braucht tausende neue Leute.

Die Bahn bietet Bergleuten aus dem auslaufenden deutschen Steinkohlebergbau neue Jobs. Die Deutsche Bahn und der Zechenbetreiber RAG unterschrieben dazu am Donnerstag in Bottrop auf dem Gelände der Zeche Prosper-Haniel eine Kooperations-Vereinbarung. Sie sieht vor, dass die beiden Konzerne ihren Personalplanung künftig eng abgleichen. Auf der Bottroper Zeche entsteht ein Personalvermittlungsbüro, die RAG zahlt nötige Qualifikationsprogramme, falls die „Kumpel“ für ihre Bewerbung auf den neuen Job nachgeschult werden müssen.

Von dem Programm profitieren etwa 1700 Bergleute, die nicht vorzeitig in den Ruhestand gehen können, weil sie bei der Schließung ihrer Zeche noch keine 50 Jahre alt sind oder noch keine 25 Jahre unter Tage gearbeitet haben. Der deutsche Steinkohlebergbau mit derzeit noch rund 18 000 Beschäftigten läuft bis 2018 schrittweise aus. Die nächsten Zechenschließungen sind Ende Juni im Saarland und Ende 2012 in Kamp-Lintfort am Niederrhein geplant.

Die Unternehmen, ihre Kultur und die Mitarbeiter passten bestens zusammen, sagte RAG-Vorstand Peter Schrimpf nach der Unterzeichnung. Die Bahn wachse und habe in den nächsten Jahren einen erheblichen Personalbedarf, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Benötigt würden zum Beispiel Elektroniker oder Industriemechaniker, aber auch Beschäftigte in kaufmännischen Berufen, wie sie bisher bei der RAG arbeiten.

Die Bahn beschäftigt derzeit in NRW 31 000 Mitarbeiter, den Bedarf in NRW bis zum Ende des Jahrzehnts bezifferte Weber auf etwa 10 000 Beschäftigte. RAG-Mitarbeiter würden nicht bevorzugt eingestellt, sie profitierten aber von dem engen Informationsaustausch, durch den sie von freien Jobs sehr früh erführen und den Fortbildungsmaßnahmen. Der Wechsel soll schrittweise je nach Bedarf über die Jahre verteilt ablaufen. - dpa

Quelle: wa.de

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