Angeklagte schweigen

Baby in der Toilette ertränkt - Eltern schweigen vor Gericht

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KREFELD - Sie sollen ihren Sohn unmittelbar nach der Geburt in der Toilette ertränkt haben. Ein junges Elternpaar steht sei Montag in Krefeld wegen Totschlags vor Gericht. Eine Adoption oder eine Babyklappe kam für beide nicht infrage

Weil sie ihr neugeborenes Baby in der Toilette ertränkt haben sollen, muss sich ein junges Elternpaar in Krefeld wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Beim Prozessauftakt am Montag schwiegen Vater und Mutter überraschend zu den Tatvorwürfen. Im Ermittlungsverfahren hatten sie Geständnisse abgelegt. Die Vorsitzende Richterin prüft nun, den Ermittlungsrichter in den Zeugenstand zu rufen.

Baby in der Toilette unter Wasser gedrückt

Beide Angeklagten sollen das Kind im vergangenen Sommer in ihrer Wohnung im niederheinischen Willich umgebracht haben. Während der Geburt habe der Vater vor dem Badezimmer gewartet. Auf Aufforderung habe er der Mutter dann eine Schere und einen Plastikbeutel gereicht. Nach der Entbindung im Badezimmer hatte die Mutter das Baby laut Anklage in der Toilette unter Wasser gedrückt. Zusätzlich soll sie dem Kind mit einer Schere in den Hals geschnitten haben. Die Schnittverletzung sei aber nur oberflächlich gewesen.

Babyleiche im Bach versenkt

Der Vater, damals 19 Jahre alt, soll die Babyleiche danach in einem mit Gewichten beschwerten Beutel in einem Bach versenkt haben. Wochen später war der Beutel mit der verwesenden Leiche von spielenden Kindern gefunden worden. Bei einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht drohen den Eltern bis zu zehn Jahre Haft.

Adoption und Babyklappe als Alternative verworfen

Die Eltern hätten sich in ihrer Lebenssituation mit der Geburt des Kindes überfordert gesehen. Alternative Möglichkeiten, wie die Freigabe zur Adoption oder die Abgabe in eine Babyklappe seien zwischen den Angeklagten zwar besprochen, schließlich jedoch verworfen worden, so die Staatsanwaltschaft. Zum Ende der Schwangerschaft habe für beide festgestanden, dass sie den kleinen Jungen töten würden.

Mutter könnte an einer psychischen Störung gelitten haben

Laut Staatsanwaltschaft könnte die Mutter zur Tatzeit an einer psychischen Störung gelitten haben. Ihre Schwangerschaft soll sie gegenüber Dritten verleugnet haben. Wenige Wochen nach der Tat war das Paar weggezogen: Sie nach Mönchengladbach und er nach Dortmund. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Ermittlungen bereits auf Hochtouren. Hinweise von Familienangehörigen führten schließlich zu den jungen Eltern. Sie wurden zu einer Speichelprobe gebeten. Ein DNA-Test belegte, dass sie die leiblichen Eltern des toten Kindes sind.- lnw

Quelle: wa.de

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