Getötetes Baby: Mordkommission ermittelt

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Der Fundort der Baby-Leiche liegt in einem Wald bei Krefeld. Die Leiche des Säuglings befand sich in einer Plastiktüte und wurde vom Hund eines Spaziergängers im Unterholz gefunden.

[UPDATE 16.30 UHR] KREFELD - Die Polizei sucht die Mutter eines vor rund zwei Wochen unmittelbar nach der Geburt getöteten und im Krefelder Südpark verscharrten Babys. Dem kleinen Mädchen sei ein großer Knebel in den Mund gepresst worden, teilten die Ermittler am Donnerstag mit.

Gesucht würden nun Hinweise auf Frauen, die in den vergangenen Monaten versucht haben, ihre Schwangerschaft zu verheimlichen oder zu verleugnen - oft auch vor sich selbst.

Das Baby war in einer durchsichtigen Abfalltüte mit einem beigen Handtuch oberflächlich verscharrt worden. Der Hund einer 50-jährigen Spaziergängerin hatte den Leichnam am Mittwoch aufgespürt. Der Fall müsse als Totschlag, möglicherweise sogar als Mord gewertet werden, sagte Staatsanwältin Anna Stelmaszcyk.

"Dahinter steckt immer ein Drama", sagte Mordkommissions-Leiter Gerhard Hoppmann. Und fast immer gebe es Mitwisser. Einer Studie des Landeskriminalamts zufolge ist in solchen Fällen von Neonatizid, der Tötung von Neugeborenen binnen 24 Stunden nach der Entbindung, fast immer die Mutter die Täterin. Ihr Alter liege überwiegend zwischen 18 und 24 Jahren. Wenn die Frau nicht ermittelt werde, sei die Wiederholungsgefahr groß, sagte Hoppmann.

In der überwiegenden Zahl der Fälle wird das tote Kind nicht weit vom Wohnort der Mutter abgelegt, hatte das LKA bei der Auswertung von 195 solcher Fälle herausgefunden. Im Fall des Südparks sei es wahrscheinlich, dass die Kinderleiche nachts verscharrt wurde, weil der Fundort dann kaum einsehbar sei. Bundesweit würden jährlich rund 30 solcher Fälle registriert, man gehe aber von einem großen Dunkelfeld aus. Meistens seien die Täterinnen voll schuldfähig.

- dpa

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Quelle: wa.de

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