Axträuber gefasst nach Rambo-Attacke

HAMM - Der Axträuber ist gefasst. Der 39-jährige Serientäter aus Hagen, dem insgesamt mehr als ein dutzend Tankstellen-Überfälle von Ahlen bis Hohemlimburg, von Gütersloh bis Warendorf angelastet werden – und der dabei etliche tausend Euro erbeutet haben soll – wurde am Montagabend in Hamm festgenommen.

Sein Markenzeichen war ein kleines Handbeil, ein so genanntes Latt- oder Gipserbeil, wie es auf Baustellen zu finden ist. Ein Werkzeug, das als Waffe eingesetzt, von der Polizei als „sehr, sehr gefährlich“ beschrieben wird. In Windeseile könnten Gliedmaßen amputiert und Menschen schwerste Verletzungen zugefügt werden.

Am 16. März begann der von der Presse als „Axt-Räuber“ bezeichnetete Unbekannte seine Überfallserie auf Tankstellen in Autobahnnähe. Gleich viermal schlug er in jener Nacht zu – in Hohenlimburg, Lichtendorf, Hamm und Gütersloh. Insgesamt neun Tankstellen-Überfälle wurden ihm im Laufe der Zeit zugeordnet. Montagabend hatte der Unbekannte seinen offenbar letzten Auftritt: Nach zwei Überfällen auf Tankstellen in Kamen und Ahlen wurde nach spektakulärer Fucht über die Autobahn 2 ein 39-jähriger Mann aus Hagen in Rhynern überwältigt.

Mit einem dunkelblauen BMW war er erneut mit einem Beil bewaffnete Mann gegen 23 Uhr vom Tatort in Ahlen davongebraust. Ein Streifenwagen der Ahlener Polizei nahm die Verfolgung auf. Über die Dolberger Straße rast der 39-Jährige mit bis zu 200 Kilometern in der Stunde auf die A-2-Anschlusstelle Uentrop zu. Mehrfach steuerte er nach Polizeiangaben in den Gegenverkehr, um Unfälle zu provozieren und den Streifenwagen abzuschütteln.

In Höhe des Autohofs in Lippetal hielt der BMW dann vor einer roten Ampel, der Polizeiwagen zehn Meter hinter ihm. Plötzlich legte der BMW-Fahrer dann den Rüchwärtsgang ein und raste mit Vollgas gegen den Streifenwagen. Wegen des Frontschadens mussten die Polizisten die weitere Verfolgung abbrechen.

Über die Autobahn flüchtete der 39-Jährige in Richtung Ruhrgebiet, verließ die A2 aber bereits wieder in Rhynern. Er stellte sein Auto im Gewerbepark ab und lief zu Fuß davon. Nach kurzer Verfolgung wurde er von der inzwischen eingetroffenen Hammer Polizei überwältigt.

Bei der Festnahme wurde niemand verletzt. Die Tatwaffe wurde nicht bei dem 39-Jährigen gefunden. Beamte der Hagener Ermittlungskommission „Tomahawk“ übernahmen gestern die weiteren Ermittlungen. Der Beuteschaden, der durch die Überfälle auf insgesamt neun Tankstellen entstanden ist, soll mehrere tausend Euro betragen. - fl

Quelle: wa.de

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