Warnstreik der Awo-Beschäftigte:

Hunderte trommeln für höhere Löhne

DÜSSELDORF - Für mehr Lohn sind Hunderte Mitarbeiter von Kitas und Altenheimen der Arbeiterwohlfahrt auf die Straße gegangen. Sie wollen genauso viel verdienen wie ihre Kollegen in städtischen Einrichtungen. Für die Warnstreiks zeigt der Arbeitgeber allerdings wenig Verständnis.

Landesweit haben am Dienstag 2000 Erzieherinnen, Altenpfleger und Sozialarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für höhere Löhne protestiert. Damit sei die Beteiligung an den Warnstreiks in NRW höher gewesen als erwartet, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Sylvia Bühler. "Wir konnten heute ein deutliches Zeichen setzen".

Bei der größten Kundgebung des Tages in Recklinghausen gingen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi etwa 800 Beschäftigte auf die Straße. Mit Trillerpfeifen und Sprechchören setzten sie sich vor der dritten Verhandlungsrunde an diesem Sonntag lautstark für Lohnsteigerungen von 6,5 Prozent ein. Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite hatte Verdi abgelehnt: Es bleibe deutlich hinter dem zurück, was Erzieher und Altenpfleger im öffentlichen Dienst verdienten, hieß es. Weitere Protest-Veranstaltungen fanden in Bielefeld und in Rheinberg (Kreis Wesel) statt.

Der Arbeitgeberverband Awo Deutschland zeigte Unverständnis für die Warnstreikenden. "Der Streik trifft die Falschen. Wenn Kindertageseinrichtungen bestreikt werden, geht das zulasten berufstätiger Eltern", sagte der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes Gero Kettler der Nachrichtenagentur dpa. Mit fünf Prozent Lohnerhöhungen habe man den Mitarbeitern ein gutes Angebot vorgelegt. Vor den neuen Gesprächen zeigte er sich einigungsbereit.

Die Auswirkungen des Streiks für Eltern, Senioren und Bewohner von Behinderteneinrichtungen in der Trägerschaft der Awo hielten sich in Grenzen. Es habe sich um eine relativ zurückgenommene Aktion gehandelt, sagte Arbeitgebervertreter Kettler. Nach Angaben von Verdi blieben nur wenige Kitas geschlossen, andere richteten Notgruppen für Kinder ein, deren Eltern keine alternative Betreuung organisieren konnten. Auch in einigen Altenheimen der Awo fehlten demnach Mitarbeiter. Die Betreuung der Senioren sei aber gewährleistet, betonte Verdi-Sprecher Uwe Reepen: "Allerdings bleibt in manchen Einrichtungen heute die Küche kalt."  - lnw

Quelle: wa.de

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