Die Autobahn 45 wird zum Fass ohne Boden

Gut 200 Löcher haben die Arbeiter in die Autobahn im Dortmunder Süden gebohrt – noch aber sind nicht alle Hohlräume verfüllt. Die A 45 bleibt noch länger gesperrt. ▪

DORTMUND ▪ Die Enttäuschung ist groß auf der Baustelle – und auch beim Landesbetrieb Straßen.NRW: Die Autobahn bleibt in Höhe Dortmund noch bis mindestens Mitte kommender Woche gesperrt.

Von Holger Drechsel

Am Montag sollte das Verkehrschaos rund um die Autobahn 45 in Dortmund ein Ende haben, die seit zehn Tagen wegen eines Tagesbruches zwischen den Kreuzen Dortmund-Witten und Dortmund-Süd voll gesperrt ist. „Bis heute Morgen glaubten wir, dass wir den Verkehr am Montag zumindest auf einigen Spuren wieder hätten freigeben können – das hat leider nicht geklappt“, sagte am Freitag Landesbetriebssprecher Bernd Löchter. Immer neue Hohlräume haben die Arbeiter unter der Fahrbahn entdeckt, immer mehr Spezialzement soll die Löcher schließen. Die neue, vorsichtige Prognose des Landesbetriebs für die Verkehrsfreigabe: „Mitte nächster Woche.“ Wenn es keine neuen bösen Überraschungen gibt.

Von Überraschungen haben die Arbeiter um Projektleiter Frank Jurga von der Essener DMT auch vorerst genug. Die aufwändigen Bohrungen seien mittlerweile abgeschlossen, rund 80 Hohlräume habe man aufgespürt. Doch dann mussten die Arbeiter weit mehr Spezialzement in den Untergrund pressen als erwartet worden war – „das sackte überraschend nach“. Über 700 Kubikmeter sind es mittlerweile – „und es werden noch einige mehr“, sagt Jurga: „Die Sattelzüge stehen bereit.“ Anschließend muss noch die durchlöcherte Fahrbahn erneuert werden, 2000 Quadratmeter müssen asphaltiert werden.

Wie lange das alles noch dauern wird? Festlegen mag sich niemand. Sicher ist auf jeden Fall, dass es in Dortmund am Samstag wegen des BVB-Heimspiels großes Verkehrs-Chaos geben wird. Die Stadt rät zur Anreise mit Bus und Bahn.

Sicher ist aber auch: Mit steigendem Aufwand am Tagesbruch steigen auch die Kosten. Derzeit rechnet man beim Landesbetrieb mit rund einer Million Euro. Wer aber zahlt die Zeche für die teuren Hinterlassenschaften der Zeche „Gottessegen“? Zuständig für die Autobahnreparatur ist der Landesbetrieb – der sich die Kosten aber mit dem Essener RWE-Konzern teilen will, wie Sprecher Löchter erklärte.

In dem Energieriesen ist vor Jahren der alte Dortmunder Stromversorger VEW aufgegangen. Die VEW hatte 1925 „Gottessegen“ und später noch einige andere Zechen in der Region gekauft, um die Brennstoffversorgung ihrer Kraftwerke abzusichern. Bis 1963 wurde auf „Gottessegen“ Kohle gefördert. In der kommenden Woche, so Löchter, soll es erste Gespräche mit RWE über die Kostenteilung der Altlasten geben.

Quelle: wa.de

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