"Frischzellenkur" dringend benötigt

Mega-Projekt: Sechsspuriger Ausbau der A 45 zwischen Meinerzhagen und Drolshagen 

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Karl-Josef Fischer vom Landesbetrieb Straßen.NRW, Regionalniederlassung Südwestfalen, hatte auch Karten mitgebracht, auf denen die Geräuschbelastung der Anlieger entlang der A 45 tags und nachts eingezeichnet ist.

Meinerzhagen - Es ist ein Mega-Projekt: Die Autobahn 45 zwischen den Anschlussstellen Meinerzhagen und Drolshagen soll auf 9,3 Kilometern sechsspurig ausgebaut werden.

Frühestens in etwa sieben Jahren soll damit begonnen werden, als Bauzeit wurden acht Jahre veranschlagt. Die Kosten: Nach derzeitigem Stand werden insgesamt etwa 208 Millionen Euro investiert. 

Am Donnerstag dieser Woche stellte der Landesbetrieb Straßen.NRW in der Stadthalle Meinerzhagen Details vor. „Frühzeitige Bürgerbeteiligung“ lautete das Stichwort, unter dem die Veranstaltung in Meinerzhagen stand. Und das ist nicht übertrieben, denn: Zurzeit haben die verantwortlichen Planer gerade einmal den ersten von insgesamt fünf Schritten hinter sich gebracht. Die Voruntersuchung sei abgeschlossen, heißt es.

Vergleichsweise wenig Geld, aber viel Zeit

Was nun folgt, kostet vergleichsweise wenig Geld, allerdings viel Zeit. Im Rahmen des Vorentwurfes, für den zwei Jahre angesetzt sind, wird die bereits bevorzugte Bauvariante konkretisiert. Auch eine Abstimmung mit den Ministerien sei erforderlich. Danach wird das Planfeststellungsverfahren angestoßen. Am Ende steht dann, im Idealfall, der Planfeststellungsbeschluss. 

Dauer: voraussichtlich weitere zweieinhalb Jahre. Die folgende Ausführungsplanung soll schneller über die Bühne gehen. Dabei werden laut Straßen.NRW die Auflagen und Regelungen aus dem Planfeststellungsbeschluss umgesetzt. Hierfür sind noch einmal eineinhalb Jahre angesetzt. Erst danach kann die „bauliche Umsetzung“ folgen. 

Etwa acht Jahre bis zur Fertigstellung

Die hat es dann aber in sich: Etwa acht Jahre, so die Fachleute des Landesbetriebes, werde es dauern, bis zwischen Meinerzhagen und Drolshagen sechsspurig gefahren werden kann. Das hat auch mit der Topografie zu tun, welche die Bautrupps im Sauerland vorfinden: Für die Talbrücken Germinghausen, Bleche, Lüdespert und Beustenbach soll im Rahmen des Projektes jeweils ein „Ersatzneubau“ vorgenommen werden. Zusätzlich gelte es, alle Unter- und Überführungsbauwerke dem sechsstreifigen Ausbau anzupassen. 

"Frischzellenkur" dringend benötigt

Dass die Autobahn 45 diese „Frischzellenkur“ dringend benötigt, davon ist man beim Landesbetrieb Straßen.NRW fest überzeugt. 

Und die Statistik samt Verkehrsprognosen geben den Experten recht: Verkehrszählungen im Bereich des geplanten Ausbau-Abschnitts ergaben im Jahr 2017 einen täglichen durchschnittlichen Verkehr in einem 24-Stunden-Zeitraum von 55.600 Fahrzeugen, davon gehörten 10.170 zu der Gruppe „Schwerlastverkehr“ (Lastwagen, Lastzüge und Busse mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen). Für das Jahr 2030 werden in diesem Bereich 65.200 Fahrzeuge innerhalb eines 24-Stunden-Zeitraumes vorhergesagt, davon 11.220 aus der Gruppe „Schwerlastverkehr“. 

Rechtsanspruch auf Lärmschutz

Klar wurde in der Stadthalle auch, dass durch einen zusätzlichen, durchgehenden Fahrstreifen automatisch ein Rechtsanspruch auf Lärmschutz für einige Anwohner besteht. Dazu heißt es: „Der Verkehrslärm muss berechnet und nicht gemessen werden. 

Entlang der Ausbaustrecke werden die Gebäude mit Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen ermittelt. Die lärmtechnischen Untersuchungen beginnen erst mit dem Vorentwurf, zurzeit können noch keine Aussagen zu Lage und Höhe der Lärmschutzwände gemacht werden. Grundsätzlich gilt: Aktiver Lärmschutz hat Vorrang vor passivem Lärmschutz.“

Umweltverträglichkeit wird untersucht

Auch eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung ist mit der Baumaßnahme verbunden. Die ist sehr umfangreich: „Betrachtung und Bewertung der Schutzgüter und Identifizierung von Konfliktpunkten, ein landschaftspflegerischer Begleitplan, Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Eingriffen, Maßnahmen zur Kompensation, Artenschutzprüfung, Untersuchung des Ausmaßes der Beeinträchtigung auf Flora und Fauna, Erhalt der biologischen Vielfalt und Artenschutzmaßnahmen“ sind hier unter anderem vorgesehen.

Während der achtjährigen Bauzeit, das erläuterte Projektleiterin Judith Strehlow vom Landesbetrieb Straßen.NRW bei der Info-Veranstaltung in der Stadthalle, soll der Verkehr zwischen Meinerzhagen und Drolshagen in beiden Fahrtrichtungen zweispurig geführt werden. So hoffe man, Verkehrsbehinderungen im Baustellenbereich weitgehend auszuschließen, hieß es.

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Quelle: wa.de

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