Selbstversuch

Auto vs. Bahn: Zwei Möglichkeiten, zwischen Hamm und Soest zu pendeln

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Mit dem eigenen Wagen über Landstraßen durch zahlreiche Kurven und über viele Schlaglöcher zur Arbeit. Oder doch lieber das Leben in vollen Zügen genießen – sprichwörtlich bei der Fahrt mit der Bahn. Was ist günstiger, was schneller? Marcel Voß hat die Optionen auf der Strecke von Soest nach Hamm verglichen und zieht eine Bilanz.

Manche Berufstätige brauchen zwingend ein Auto in ihrem Job, beispielsweise diejenigen, die viel unterwegs sein müssen. Autos erleichtern das Pendeln auch, wenn man nicht in direkter Bahnhofsnähe wohnt oder keine festen Arbeitszeiten hat.

  • Der Zeitfaktor:
    Dies lässt sich schnell gegenüberstellen: Mit dem Auto ist man außerhalb des Berufsverkehrs etwa 30 Minuten unterwegs, mit dem Zug nur knapp länger (etwa 35 Minuten). Das hängt natürlich unter anderem von der Fahrweise und möglichen Baustellen ab, auf der anderen Seite von der Pünktlichkeit der Bahn. Jedoch hat Letztere einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Pkw: Die Fahrzeit ist anderweitig nutzbar – zum Beispiel zum Frühstücken oder Zeitunglesen. Eine Sitzplatzgarantie wiederum gibt es nur im Auto.
  • Der Preisvergleich:
    Das ist etwas schwieriger. Beim Auto fallen die üblichen Benzinkosten an, dazu kommen eventuell Parkplatzgebühren. Teurer werden könnte es, je nach Fahrstil, wenn die Radarfalle zuschnappt. Bei 50 Kilometern täglich werden in einer Woche mit fünf Arbeitstagen mal eben 250 Kilometer zurückgelegt. Das klingt zwar nach sehr viel, macht am Ende aber nur 25 Euro Spritkosten – bei 1,45 Euro pro Liter Super und einem Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern. Wenn man die Abnutzung des Autos zusätzlich einbezieht, kommt man auf 38 Euro. Monatlich sind diese Kosten mit 152 Euro also nicht deutlich höher als im Zug. In der Bahn werden nämlich lediglich die Ticketgebühren fällig.
  • Persönliche Eindrücke:
    In der Bahn gibt es Licht und Schatten – die Fahrgäste können mit Glück nette Bekanntschaften finden, aber auch aggressive, laute oder einfach störende Menschen neben sich haben. Autofahrer dürfen sich hingegen aussuchen, mit wem sie reisen. Zudem sind sie einfach flexibler – unabhängig von festen Abfahrtszeiten der Bahn. Im Winter mag das Auto bequemer sein, allerdings bei Eis und Schnee auch gefährlicher. Ansonsten tun ein paar Schritte zu Fuß der körperlichen Gesundheit ganz gut.
  • Das Fazit:
    Am Ende hängt alles natürlich individuell vom Wohnort ab. Wer nah am Arbeitsplatz, aber weit entfernt vom Bahnhof wohnt, hat mit dem Auto leichteres Spiel. Das eigene Fahrzeug verleiht Selbstständigkeit, die im Zug einfach fehlt. Im Test ist der Startpunkt sehr günstig gelegen – sowohl in direkter Nähe zur Hammer Landstraße als auch zum Soester Bahnhof. Weder preislich noch zeitlich fallen also große Unterschiede auf. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist aber das Umweltbewusstsein – ein klarer Vorteil der Bahn.


zu unserer Themenseite: Pendeln in NRW

  • Die Autofahrt
    Auf der getesteten Strecke vom Aldegreverwall in Soest bis zum Medienhaus in der Gutenbergstraße gibt es nur ein Stopp-Schild sowie fünf dauerhaft eingeschaltete Ampeln. Für die ungefähr 25 Kilometer benötigt man etwa eine halbe Stunde. Wer sich stets an das Tempolimit hält, ist laut Navigationssystem genau 30 Minuten unterwegs. Vom Soester Ortsausgang bis zum Hammer Ortseingang sind exakt 20 Minuten vergangen. 
  • Die Zugfahrt
    Mit der ERB 89 von Paderborn nach Münster kommt man über über Welver ohne Umstieg von Soest nach Hamm. Zum Bahnhof waren es sechs Minuten Fußweg, die Fahrt dauert 18 Minuten – im Test hatte der Zug allerdings fünf Minuten Verspätung. Weitere zwölf Minuten benötigt ein Fußgänger für den Weg zum Medienhaus. Ein Einzelticket für diese Verbindung liegt bei 7,60 Euro, für das Monatsticket zahlen Pendler 154,30 Euro.

Quelle: wa.de

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