Ausstellung in Düsseldorf: So sehen die Städte der Zukunft aus

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Bernd Desinger, Direktor des Filmmuseums Düsseldorf (links) und Matthias Knop, stellvertretender Leiter des Museums, posieren  in einer Ausstellung des Filmmuseums im NRW-Forum in Düsseldorf vor einem Nachbau einer Szenerie aus dem Film Metropolis. Das Filmmuseum Düsseldorf zeigt vom 05.04. bis zum 10.08.2014 im NRW-Forum im Rahmen des Kunstfestivals "Quadriennale" eine Ausstellung unter dem Motto "Visionen und Alpträume - Die Stadt der Zukunft im Film".

DÜSSELDORF - Fliegende Fahrzeuge, bedrohliche Unterwelten und übermächtige Alleinherrscher: Wie sich Regisseure von Science Fiction-Streifen die Städte der Zukunft vorstellen, zeigt eine Ausstellung in Düsseldorf.

Bedrohlich ragt der Beton-Moloch in die Höhe. Die übergroßen Zahnräder scheinen unaufhörlich zu rattern. Die schwarzen Schattenbilder der uniformen Arbeiter bedienen im Sekundentakt wichtige Hebel. Die Nachbildung der Herzmaschine aus dem Science Fiction-Film "Metropolis" von Fritz Lang aus dem Jahr 1927 ist im Düsseldorfer NRW-Forum zu sehen. "Visionen und Alpträume - Die Stadt der Zukunft im Film" lautet der Titel der Ausstellung, die während der Quadriennale bis zum 10. August präsentiert wird und vom Filmmuseum zusammengestellt wurde.

"Science Fiction-Filmemacher haben sich mit der Frage beschäftigt: Wie leben Menschen in der Welt von morgen?", sagt Bernd Desinger, Direktor des Düsseldorfer Filmmuseums. Das immer aktuelle Thema Stadt werde aber nicht nur aus dem Blickwinkel der Filmkunst, sondern auch aus dem von Architektur und Technik behandelt. "Lang hat mit seinem Monumentalwerk in dieser Hinsicht den Grundstein für Science Fiction gelegt", meint Desinger.

Das NRW-Forum erinnert an die wichtigsten Filme des Genres seit 1920 bis heute in Form von Requisiten, Fotos, Skizzen und Drehbüchern. Die Visionen reichen von der Darstellung einer Sehnsucht nach einem paradiesischen Ort wie in "Lost Horizon" (1937) bis zu einem gefährlichen Leben in einer barbarischen Geisterstadt ("Die Klapperschlange", 1981). Ein Vorgriff auf die Straßenkämpfe in den Vorstädten heutiger Metropolen ist "A Clockwork Orange" (1971). In "Blade Runner" (1982) ist die moderne Stadt ein Kriegsgebiet, das kaum noch betreten werden kann.

Stets geht es auch um die Gesellschaftsformen. Die Menschen leben in Diktaturen, Autokratien, in "Metropolis" in einer Oligarchie, oft werden sie auch in zwei Klassen unterteilt. Während die Arbeiter in der dunklen Unterwelt schuften, düsen die Reichen in luftiger Höhe mit futuristischen Fluggefährten hoch über den Häuserschluchten - laut Desinger ein beliebtes Motiv der Regisseure.

Auch wenn viele Visionen aus den Filmen nicht eingetroffen sind: Einige technische Entwicklungen haben es aus der cineastischen tatsächlich in die reale Welt geschafft. "Man denke nur an die digitalen Werbetafeln bei "Blade Runner", die Nachrichten-Screens in "Total Recall", den Communicator als Vorgänger des Handys aus "Star Trek", oder eine Art Tablet-Computer in "A Space Odyssey"", sagt Desinger.

Für den Kurator der Ausstellung, Matthias Knop, üben die technischen Errungenschaften der Science Fiction-Streifen eine gewisse Faszination auf den Zuschauer aus - schüren aber auch Angst. "Seit Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem auch nach den Erfahrungen des Vietnamkriegs und moderner Massenvernichtungsmittel überwog die Skepsis in der Darstellung der modernen Stadt", ist Knop sicher. "Sie wurde zum Inbegriff der negativen Auswirkungen der Zivilisation."

Der einzige Überlebende, der letzte noch nicht mit einem tödlichen Virus Infizierte - diese Themen wurden häufig in Science Fiction-Streifen der vergangenen Jahre aufgegriffen. Und die kommenden Filme? Was werden sie zeigen? Desinger glaubt: "Es wird darum gehen, fremde Welten zu erobern, nach dem sich unsere zerstört hat." - dpa

Quelle: wa.de

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