Ausbruch aus der JVA Rheinbach

Verurteilter Mörder weiter auf der Flucht

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Das Foto der Polizei zeigt den 43-jährigen Strafgefangenen Detlef W.. Der aus der Haftanstalt Rheinbach entkommene Mörder war am Mittwochmorgen weiter auf der Flucht.

Bonn - Von dem geflohenen Häftling aus der JVA Rheinbach fehlt nach wie vor jede Spur. Um zu klären, wie die Flucht gelingen konnte, vernimmt die Polizei Bedienstete und Häftlinge der Anstalt. Bislang ohne Erfolg.

Der aus der Haftanstalt Rheinbach bei Bonn entkommene Mörder war am Mittwoch weiter auf der Flucht. Die Großfahndung laufe weiterhin intensiv und sei über Rheinbach und den Raum Bonn ausgeweitet worden, sagte ein Polizeisprecher. Bisher seien nur 15 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, aus denen sich keine konkrete Spur ergeben habe.

Parallel zur Fahndung werde geprüft, wie es zur Flucht hatte kommen können. Dazu würden die Abläufe in der JVA vor und nach der Flucht beleuchtet sowie Bedienstete und Häftlinge vernommen. Ob es Mitwisser unter den Insassen gab, war zunächst ebenfalls unklar. "Nach allem, was wir wissen, gehen wir von einem gewissen Organisationsgrad aus", sagte der Polizeisprecher jedoch.

Der 43 Jahre alte Mann arbeitet laut Gefängnisleitung in der Anstaltsschreinerei und hatte am Dienstagvormittag vermutlich einen Transport mit Holzabfällen zur Flucht genutzt. Er verbüßt seit 2007 eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Mordes an einer Kölner Millionärin. Von der Schreinerei aus werden Holzabfälle von einem Trecker zu einem holzverarbeitenden Betrieb gebracht, um verheizt zu werden. Auf dem Anhänger befinden sich mehrere Gitterboxen. In einer dieser Boxen hatte der Mann sich versteckt.

Die CDU-Landtagsfraktion forderte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) auf, in der nächsten Sitzung des Rechtsausschusses einen umfassenden schriftlichen Bericht zu den Umständen des Ausbruchs vorzulegen. Kutschaty müsse darlegen, wie die Flucht mit einem "simplen Trick" gelingen und warum der Mann bisher nicht gefasst werden konnte. "Immerhin handelt es sich nicht um einen Eierdieb, sondern um einen hochgefährlichen Kapitalverbrecher", kritisierte der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jens Kamieth.

Die Zahl der Gefängnisausbrüche in NRW lag laut Justizministerium von 2008 bis 2013 bei je einer "Trickentweichung". 2014 waren es drei. Der aktuelle Fall in der JVA Rheinbach ist landesweit der erste in diesem Jahr. Mit 316 Gefangenen ist die Anstalt derzeit zu 87 Prozent ausgelastet. - lnw

Quelle: wa.de

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