Auftritt von Knuts Halbschwester: Eisbär Anori tapst in die Welt

WUPPERTAL - Die Halbschwester von Promi-Eisbär Knut betritt zum ersten Mal öffentliches Pflaster. Bei ihrem tollpatschigen Ausflug ins Freigehege des Wuppertaler Zoos sorgt die kleine Anori für Verzückung.

Paulina Dobek

Erst checkt Eisbär-Mama Vilma die Lage, dann darf die kleine Anori endlich nach draußen. Die Fotografen beginnen, wild draufloszuklicken. Anori, Halbschwester des berühmten Berliner Eisbären Knut, hatte am Donnerstag im Wuppertaler Zoo ihren ersten öffentlichen Auftritt. Unbeeindruckt von den vielen Journalisten tapste das Eisbärbaby durch das Außengehege und zeigte sich sehr verschmust.

Anori, erst ganz vorsichtig, tapst hinter ihrer Mama her und sucht deren Schutz. Der ockerfarbene Betonboden ist ungewohnt rutschig - die Eisbärin streckt tollpatschig alle Viere von sich. Das Wort des Moments: "Süüüüüß!"

Hinter einer sechs Zentimeter dicken Scheibe geht das zwölf Wochen alte Bärenkind auf Entdeckungstour. Nach den ersten schüchternen Schritten stillt Anori erst einmal ihren Hunger, dann wird gekuschelt und schließlich aufgeweckt an den Ästen im Gehege geknabbert. Es gibt viel zu entdecken. Mama Vilma und das Töchterchen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Sowohl Zoobesucher als auch Journalisten zeigen sich begeistert.

Bildergalerie des kleinen Eisbär-Lieblings:

Auftritt von Knut-Halbschwester: Eisbär Anori tapst in die Welt

Anori kam am 4. Januar im Wuppertaler Zoo zur Welt. Die allerersten Schritte wurden durch eine Überwachungskamera aufgenommen. Mutter und Kind verbrachten gut zweieinhalb Monate ungestört in der Wurfhöhle. Wie Tierpflegerin Jessica Hartmann sagt, sind Eisbärweibchen sehr störungsempfindlich - "dass heißt, man muss sehr behutsam mit ihnen umgehen".

Spätestens seit Knut ist das Interesse an Eisbärbabys riesig. Dabei ist Nachwuchs bei den gefährlichen Raubtieren gar nicht mal selten, wie auch Tierpflegerin Jessica Hartmann erklärt. Im niederländischen Zoo Rhenen sind im Dezember 2011 sogar Eisbärdrillinge zur Welt gekommen. Einer der drei kleinen Eisbären ist allerdings schon wieder gestorben. In Wuppertal gibt es seit 1958 Eisbären. Die letzte Geburt gab es 1995.

"Für uns ist es schön zu sehen, wie sich jetzt viele tausend Menschen an dem kleinen Bärchen freuen können", erzählt Zoodirektor Ulrich Schürer. Ob Anori so einen Hype wie ihr Halbbruder Knut im Zoologischen Garten Berlin auslösen wird, bleibt abzuwarten. Der vor einem Jahr überraschend gestorbene Publikumsliebling spülte Millionenbeträge in die Zookasse. Bei den Souvenirs hat man in Wuppertal jedenfalls schon vorgesorgt. Die schneeweißen Plüsch-Anoris warten darauf, geknuddelt zu werden. - lnw

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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