Urteil des OLG Hamm

Assauer: Scheidung trotz Erkrankung rechtens

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Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer und seine Ex-Frau Britta.

[UPDATE 16 Uhr] HAMM - Eine Scheidung ist auch dann rechtens, wenn ein Alzheimer-Patient bei fortgeschrittener Erkrankung keinen eigenen Willen mehr äußern kann. Dies hat das Oberlandesgericht Hamm (OLG) entschieden. Hintergrund ist die Trennung von Britta und Rudi Assauer.

Entscheidend sei, dass Assauer seinen Scheidungswillen vor Fortschreiten der Krankheit erklärt hatte, so das Gericht.

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Im Frühjahr 2011 hatte der an einer Demenz vom Typ Alzheimer erkrankte, heute 69-jährige Assauer seine mehr als 20 Jahre jüngere Frau Britta geheiratet. Ende des Jahres kam es nach rund achtmonatigem ehelichen Zusammenleben zur Trennung der Eheleute. Die in der Folgezeit für den ehemaligen Schalke-Manager bestellte Betreuerin reichte im Jahr 2012 einen Scheidungsantrag ein. Dem trat seine Frau Britta allerdings entgegen mit der Begründung, dass Assauer an der Ehe festhalten wolle.

Das sah das OLG in Hamm anders und bestätigte eine Entscheidung aus der ersten Instanz. Vor dem Amtsgericht Gelsenkirchen und bestätigt durch eine ärztliche Einschätzung habe sich Assauer im Frühjahr 2012 trotz eingeschränkter Gesundheit noch wirksam äußern können und die Trennungs- und Scheidungsabsicht unterstrichen, so die Richter.

Dass Assauer später zum Abschluss des Verfahrens keinen Scheidungswillen mehr äußern und auch die Bedeutung von Ehe und Scheidung nicht mehr erfassen konnte, habe keinen Einfluss auf die Entscheidung. Aus Sicht des Antragstellers sei die Ehe zerrüttet, eine Wiederaufnahme der ehelichen Lebensgemeinschaft nicht zu erwarten, so die Hammer Richter.

Generell, so der 3. Senat für Familiensachen des OLG, ist eine Scheidung möglich, wenn die Eheleute seit mehr als einem Jahr getrennt leben, der Erkrankte im Zusammenhang mit der Trennung einen natürlichen Willen zur Scheidung und Trennung gefasst hat und er die Wiederaufnahme der ehelichen Lebensgemeinschaft abgelehnt hat, wie es in der veröffentlichten Begründung des Urteils vom 16. August dieses Jahres heißt.

Assauer hatte seine Alzheimer-Erkrankung im Frühjahr 2012 öffentlich gemacht und war mehrmals im Fernsehen aufgetreten, um über die Krankheit zu berichten. - eB

Aktenzeichen: 3 UF 43/13

Quelle: wa.de

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