Neue Studie für NRW

Armut nimmt zu: Probleme in Köln und Düsseldorf

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Symbolbild

BERLIN/DÜSSELDORF - Im Ruhrgebiet haben viele Menschen kaum genug zum Leben. Und eine neue Studie lässt nichts Gutes ahnen: Die Zahl der armen Menschen steigt dort viel schneller als anderswo. Selbst die wirtschaftsstarken Städte am Rhein bekommen Probleme.

In Nordrhein-Westfalen nimmt die Zahl der Menschen, die in Armut leben, rasant zu. Nach Zahlen des Paritätischen Gesamtverbands galten im Jahr 2013 schon 17,1 Prozent der NRW-Bürger als arm.

Damit stieg der Anteil der armen Menschen innerhalb eines Jahres um fünf Prozent, in den vergangenen sieben Jahren sogar um 23 Prozent, teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit. Damit breite sich die Armut in NRW mehr als doppelt so schnell aus wie im Bundesdurchschnitt.

Neben dem Ruhrgebiet entwickele sich auch der Großraum Köln/Düsseldorf zur Problemregion.

Als arm gelten Menschen, die von weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens leben müssen. Das waren 2013 für einen Singlehaushalt 892 Euro und für eine vierköpfige Familie 1873 Euro. Vor allem Arbeitslose und Alleinerziehende müssten jeden Monat oft mit weniger Geld über die Runden kommen, schrieb der Verband.

Armutsquote im Ruhrgebiet überdurchschnittlich

Im Ruhrgebiet ist die Armutsquote schon seit vielen Jahren überdurchschnittlich hoch. In Dortmund etwa gelten 21,4 Prozent der Menschen als arm - Tendenz stark steigend. Doch besorgniserregend findet der Wohlfahrtsverband gerade auch die Entwicklung in den eigentlich wirtschaftsstarken Metropolen des Landes: In Düsseldorf fielen 16,3 Prozent der Menschen unter die Armutsgrenze, ein Anstieg um 31,5 Prozent im Vergleich zu 2006.

In Köln galten 17,5 Prozent der Menschen als arm, ein Anstieg um 31,6 Prozent innerhalb von sieben Jahren. Der Großraum Köln/Düsseldorf könnte sich in den nächsten Jahren "als neue Problemregion" neben dem Ruhrgebiet entpuppen, schrieb der Paritätische.

Im Sauer- und Siegerland weniger arme Menschen

Die wenigsten armen Menschen gibt es in NRW im Sauer- und Siegerland. Für die Region Arnsberg errechnete der Verband eine Armutsquote von 12,8 Prozent. Bundesweit sind der Studie zufolge 15,5 Prozent der Menschen arm, die meisten in Bremen (24,6 Prozent), die wenigsten in Bayern (11,3 Prozent).

Der Paritätische ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Er ist Dachverband von über 10 000 Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Der Armutsbericht wird auf Grundlage des staatlichen Mikrozensus berechnet, in dessen Rahmen jedes Jahr rund 390 000 Haushalte in Deutschland mit 830 000 Menschen befragt werden.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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