Armut in NRW nimmt zu - Im Revier fast jeder Fünfte gefährdet

BERLIN - Jeder Sechste in Nordrhein-Westfalen gilt als armutsgefährdet. Besorgniserregend ist die Lange nach einer Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Ruhrgebiet.

In Nordrhein-Westfalen nimmt die Armut nach einer Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtverbandes weiter zu. Innerhalb eines Jahres habe sich der Anteil der von Armut bedrohten Menschen an der Gesamtbevölkerung von 15,4 Prozent (2010) auf 16,6 Prozent (2011) erhöht, heißt es in der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Untersuchung. Bundesweit beträgt die Quote 15,1 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer für seine Lebensführung weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat. Bei einem Single-Haushalt sind dies weniger als 848 Euro, bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als 1781 Euro.

Besonders besorgniserregend sei die Lage im Ruhrgebiet, wo fast jeder fünfte Einwohner von Armut bedroht sei. Im Revier beträgt die Armutsquote inzwischen 18,9 Prozent. Spitzenreiter ist Dortmund mit einer Quote von 24,2 Prozent, in Duisburg beträgt sie 23,5 Prozent und in Essen 19,9 Prozent.

Zusammen mit Berlin sei das Ruhrgebiet bei der Armutsentwicklung die besorgniserregendste Region in Deutschland, heißt es in der Studie. Dies zeige auch die Entwicklung bei den Hartz-IV-Empfängern. So seien im Juli 2011 in Dortmund und Duisburg jeweils 17,8 Prozent der Einwohner bis 65 Jahre auf Hartz IV angewiesen gewesen. In Essen seien es 18,2 Prozent gewesen, in Gelsenkirchen sogar 21,6 Prozent.

Aber auch in den Großstädten am Rhein hat die Armut laut Studie zugenommen. In Köln stieg die Quote von 17,3 Prozent auf 20,0 Prozent, in Düsseldorf von 15,4 Prozent auf 19,2 Prozent.

Für den Anstieg der Armut macht der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, "Armutslöhne" sowie die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse verantwortlich, aber auch Einschränkungen bisheriger Sozialleistungen für Wohnen und Heizen. "Viele Menschen haben Arbeit, aber immer weniger können von ihrer Arbeit leben", sagte Schneider. - lnw

Quelle: wa.de

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