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Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: NRW-Ministerpräsident reagiert

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Von: Marcel Guboff

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Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet. Der CDU-Kanzlerkandidat soll mehrere Passagen auf einem fremden Buch übernommen haben. Der NRW-Ministerpräsident reagiert.

Hamm - Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock soll nun auch Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat von CDU/CSU für ein Buch abgeschrieben haben. Und zwar ohne die entsprechenden Passagen kenntlich gemacht zu haben. (News zum Coronavirus)

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
Größe1,72 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet (verh. 1985)

Plagiatsvorwürfe gegen Armin Laschet: CDU-Chef reagiert und entschuldigt sich

Aufgedeckt hat einmal mehr Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder. Karsten Weitzenegger, Politologe und Experte für nachhaltige Entwicklung, hat auf Twitter nach entsprechendem Hinweis die betroffenen Passagen gegenübergestellt und das Foto hochgeladen.

Konkret plagiiert habe der NRW-Ministerpräsident für das 2009 veröffentlichte Werk „Die Aufsteigerrepublik - Zuwanderung als Chance“. Armin Laschet wird dort als Autor genannt. Der CDU-Kanzlerkandidat hat die Fehler bereits eingeräumt und sich entschuldigt.

„Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt“, sagte Armin Laschet auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.“

Armin Laschet räumt Fehler ein: Entschuldigung für Plagiat

Offenkundig gebe es in dem Buch Fehler, die er verantworte, erklärte der Kanzlerkandidat von CDU/CSU. „Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“ In dem Buch forderte der heutige NRW-Ministerpräsident eine „dritte deutsche Einheit“: Nach der Eingliederung der Vertriebenen und der Wiedervereinigung stehe jetzt die Integration der Zuwanderer an.

„Plagiats-Opfer“ Karsten Weitzenegger nahm es derweil gelassen. Es sei „begrüßenswert, wenn die Politik auf die Wissenschaft schaut. Das ist ja auch bei Herrn Laschet nicht unbedingt immer der Fall“, sagte der Politologe bei t-online. Die Aufregung um die Plagiatsvorwürfe seien ihm jedoch zu groß - ebenso wie seinerzeit bei Annalena Baerbock von den Grünen.

Armin Laschet erklärte derweil weiter: Er habe das Werk in seiner damaligen Funktion als NRW-Integrationsminister verfasst, sagte der CDU-Chef. „Es ist ein Debatten-Beitrag, und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen.“ Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor.

In den Umfragen musste Armin Laschet derweil schon vor der Plagiatsaffäre Einbußen hinnehmen. Wenn der oder die Kanzlerin in Deutschland direkt wählbar wäre, würden sich 20 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für den aktuellen Finanzminister und Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) entscheiden, 15 Prozent würden NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und 13 Prozent Annalena Baerbock wählen. Beim Politbarometer des ZDF sähe die Reihenfolge genauso aus - mit 20 Prozent für Baerbock.

Zuletzt hatte ein Satire-Tool Armin Laschet via „Lasch-o-mat“ aufs Korn genommen. Nutzer können dort ihre eigenen Wörter in den realen, meist sehr vagen Aussagen des NRW-Landeschefs ergänzen. (mit dpa-Material)

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