„Platz in Berlin“

Laschet mit klarer Kante: NRW bekommt neuen Ministerpräsidenten

Armin Laschet schafft Fakten. Für den NRW-Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten der CDU gibt es kein Rückfahrticket von Berlin nach Düsseldorf.

Düsseldorf - Armin Laschet macht klare Kante. Der NRW-Ministerpräsident setzt voll auf Sieg bei der Bundestagswahl im September 2021. Bei einer Niederlage will er nicht nach Düsseldorf zurückkehren. Das hat er in einem Interview verraten.

PolitikerArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 in Aachen
ParteiCDU
AmtMinisterpräsident in NRW

Die Umfragen sprechen momentan nicht für Armin Laschet. Der Kanzlerkandidat der CDU hatte sich im internen Rennen der Unionsparteien gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder durchgesetzt. Doch die Mehrheit der Deutschen sieht Laschet offenbar nicht als Wunschnachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel. In Umfragen liegen die Grünen momentan hauchdünn vor der CDU. Die Grünen setzen auf Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Armin Laschet: Klare Aussage - „Platz in Berlin“

Eine Niederlage für Armin Laschet bei der Bundestagswahl ist also nicht unmöglich - auch wenn die CDU seit 2005 das wichtigste Amt im Land innehat. Schnell kamen daher Mutmaßungen auf, Laschet könnte sich eine Rückfahrkarte nach Düsseldorf sichern, sollte er nicht zum Bundeskanzler gewählt werden. Dann würde er halt Ministerpräsident bleiben und 2022 erneut zur Landtagswahl antreten.

Doch Armin Laschet hat Fakten geschafft. „Für mich ist klar: Mein Platz ist nach der Bundestagswahl in Berlin“, sagt Laschet in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass die Union die Wahl gewinnt.“ Welches Amt er im Falle einer Niederlage übernehmen werde, lässt Laschet allerdings noch offen. Partei und Fraktion dürfen dies nach der Wahl entscheiden.

Armin Laschet: Neuer Ministerpräsident für NRW

Damit ist klar: NRW bekommt einen neuen Ministerpräsidenten oder eine neue Ministerpräsidentin. Ganz gleich, ob Armin Laschet Bundeskanzler wird oder eventuell Oppositionsführer im Bundestag. Damit können nun in Düsseldorf die Spekulationen beginnen: Wer wird Landesvater oder Landesmutter? Klar ist nur eines: In NRW gibt es eine Besonderheit. Der Ministerpräsident muss Mitglied des Landtages in NRW sein.

Zwei Namen wurden zuletzt genannt: Der NRW-Innenminister Herbert Reul ist ein politisches Urgestein im Land und könnte die Nachfolge Laschets übernehmen. Aber: Reul ist bereits 68 Jahre alt und würde nicht unbedingt für einen Aufbruch in der NRW-CDU stehen. Deutlich jünger ist Hendrik Wüst (45), der Vekehrsminister in NRW. Er gilt als Favorit für den Job von Laschet.

Armin Laschet: Landtagswahl in NRW im Mai 2022

Nicht zu unterschätzen ist zudem Bau- und Heimatministerin Ina Scharrenbach (44), die speziell auf lokalpolitischer Ebene in NRW höchstes Ansehen genießt. Scharrenbach allerdings hat kein Landtagsmandat. Sie könnte erst regulär im Mai 2022 bei der Landtagswahl antreten. Dass die CDU daher von Herbst 2021 bis Frühjahr 2022 nur einen Übergangskandidaten ins Amt hebt, ist sehr unwahrscheinlich.

Der Fahrplan in der CDU in NRW ist noch unklar. Für den Frühsommer planen die Christdemokraten einen Parteitag. Hier könnte ein neuer Vorsitzender und Spitzenkandidat bestimmt werden. Die Frage ist allerdings, ob wegen Corona eine Präsenzveranstaltung möglich ist.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare