Ursache für Bahn-Verspätungen

Bergstollen: Arbeiten kosten mehr als eine Million Euro

ESSEN - Suche und Verfüllung des alten Bergbaustollens am Essener Hauptbahnhof kosten eine Stange Geld. Rund eine halbe Million Euro an Kosten sind schon angefallen. Wer das zahlt, ist noch unklar. 370 Kubikmeter Beton sind schon in die Hohlräume gepumpt worden.

Die Arbeiten rund um den einsturzgefährdeten Stollen unter den Gleisen am Essener Hauptbahnhof könnten den Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Die Arbeiten hätten bereits rund eine halbe Million Euro gekostet. "Bis zum Abschluss der Arbeiten werden wir wohl einen Betrag im niedrigen einstelligen Millionenbereich erreichen", sagte Andreas Nörthen, Sprecher der Bergbauabteilung der Bezirksregierung Arnsberg am Mittwoch.

Es werde zur Zeit geprüft, inwieweit der Energiekonzern RWE als Rechtsnachfolger des ehemaligen Bergwerksbetreibers in die Pflicht genommen werden könne. Da die Experten allerdings davon ausgingen, dass die bedenklichen Hohlräume auch durch wilden Bergbau entstanden seien, sei die Haftungsfrage offen und müsse sorgfältig untersucht werden, so Nörthen. Ist niemand für die Schäden verantwortlich zu machen, bleibt das Land auf den Kosten sitzen.

Am vergangenen Mittwoch waren unter der vielbefahrenen Strecke zwischen Essen und Mülheim Hohlräume aus dem Altbergbau entdeckt worden. Seither arbeiten Experten der Bezirksregierung rund um die Uhr an der Erkundung und Sicherung der einsturzgefährdeten Bereiche.

Mit vier Bohranlagen erforschen sie den Untergrund, um weitere Hohlräume aufzuspüren und mit Beton zu verfüllen. Seit Beginn der Arbeiten seien 370 Kubikmeter Beton unter die Erde gepumpt worden, um Hohlräume zu verfüllen, berichtete Nörthen am Mittwoch. "Hohlräume, die Beton in dieser Menge fassen, noch dazu so nah unter der Tagesoberfläche, sind ein deutlicher Beweis, wie notwendig diese unverzügliche Verfüllung ist", sagte Nörthen. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Bezirksregierung noch bis Jahresende andauern.

Über dem Stollen dürfen Züge aus Sicherheitsgründen nach wie vor nur Schritttempo fahren - dadurch komme es zu Verspätungen vieler Züge im Ruhrgebiet von zehn bis fünfzehn Minuten oder mehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Manche Regionalverbindungen fielen auch ganz aus, wenn Sie Verspätungen nicht mehr aufholen könnten.

Seit Mittwochmorgen hat die Bahn allerdings die Sperrung für den Fernverkehr auf der Strecke gelockert. Einzelne Fernzüge fahren wieder die Bahnhöfe Essen, Bochum und Mülheim an. Im Stundentakt würden je ein ICE- und ein IC/EC-Zug in den drei Städten halten, hieß es. Die anderen Fernzüge werden weiterhin über Gelsenkirchen und Oberhausen umgeleitet. - dpa

Quelle: wa.de

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