Apotheker starten neues Notdienstsystem

+
Mit modernen Kommunikationsmitteln soll die Erreichbarkeit von Apotheken gewährleistet bleiben.

Zum Jahreswechsel geht das von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe entwickelte neue Notdienstsystem ans Netz. Aus 95 isolierten Notdienstkreisen wird dann ein flächendeckendes Notdienstnetz für den gesamten Landesteil.

Mit dem neuen System sollen die Auswirkungen von Apothekenschließungen auf eine flächendeckende Versorgung im Nacht und Notdienst abgefedert werden. Die durchschnittlichen Entfernungen zur nächsten dienstbereiten Apotheke sollen dabei stabil bleiben. Die Kunden und Patienten werden über die Neuerungen im Nacht- und Notdienst ab Mitte Dezember mit Aktionsplakaten, Postkarten und Notdienst- Kärtchen informiert.

In Westfalen-Lippe gibt es derzeit 2198 Apotheken (das ist die niedrigste Zahl seit 1987) und gut 16.000 Arztpraxen. In der Nacht dreht sich dieses Verhältnis: Es sind gut 60 Notfallpraxen geöffnet, aber mehr als 80 Apotheken dienstbereit. Der Notdienst in der Apotheke ist grundsätzlich nicht kostendeckend – bei durchschnittlich zehn Kunden und einer Notdienstgebühr von 2,50 Euro.

Wie wird der Notdienst zukünftig verteilt? Die 95 historisch gewachsenen Notdienstbezirke werden durch ein IT-gestütztes Gesamtsystem ersetzt, das alle Apotheken in Westfalen-Lippe berücksichtigt. „Über Westfalen-Lippe wird ein vollständiges Notdienstnetz gespannt“, sagt der Hammer Apotheker Dr. Werner Cobet: „Vom Standort des Patienten aus erfolgt der Blick auf die nächste Notdienstapotheke dann nicht mehr kreisbezogen, sondern standortbezogen aus der Vogelperspektive – in alle Himmelsrichtungen.“

Welche Vorteile bietet das neue Notdienstnetz? Mit dem neuen Notdienstsystem verteilt sich die Notdienstbelastung künftig gleichmäßiger – bei einer optimalen Flächenabdeckung. Die Schere zwischen Stadt-Apotheken (wenige Notdienste bei erhöhter Patientenzahl) und Land-Apotheken (viele Notdienste bei vergleichsweise wenigen Patienten) verkleinert sich damit deutlich.

Was ändert sich für den Patienten? Bisher wurden dem Patienten bei der Notdienstsuche nur Apotheken in seinem Notdienstbezirk angezeigt, selbst wenn diese am anderen Ende der Stadt lagen. Ein Beispiel: „Wenn man am Stadtrand wohnt, ist es oftmals kürzer, in den Nachbarort zu fahren, als einmal kreuz und quer durch die gesamte Innenstadt. Zukünftig ist nicht mehr der Bezirk, sondern der individuelle Standort des Patienten von Bedeutung“, sagt Cobet.

Von diesem Standort aus werden ab dem 1. Januar 2012 immer die bis zu vier nächstgelegenen diensthabenden Apotheken angezeigt: via Internet, Smartphone und Telefon. Aus dem Festnetz ist rund um die Uhr die kostenlose Info-Nummer 0800/0022833 erreichbar, per Mobiltelefon die Rufnummer 22833 (69 Cent/Minute), und im Internet finden sich alle Informationen unter www.akwl.de. Auch jede Apotheke in Westfalen-Lippe weist mittels Aushang auf die nächstgelegenen Notdienst habenden Apotheken hin. Außerdem steht eine entsprechende „App“ für iPhones und Android-Handys im Appstore bzw. im Android-Market bereit.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare