Antibiotika in der Tiermast beschäftigen NRW-Landtag

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Ausgangspunkt der politischen: die Hühnermast als häufiger Einsatz für den Einsatz von Antibiotika. ▪

DÜSSELDORF ▪ Der riskante Umgang mit Antibiotika in der Tiermast hat den Landtag auf den Plan gerufen. „Wenn es in der Hähnchenmast einen massiven Einsatz von bis zu acht verschiedenen Antibiotika gibt, dann ist das nicht akzeptabel“, sagte gestern CDU-Agrarexpertin Christina Schulze Föcking. Gemeinsam mit den Beteiligten wolle die CDU-Landtagsfraktion „vernünftige Strategien für die Zukunft“ erarbeiten. „Wir brauchen koordinierte und grenzüberschreitende Maßnahmen.“ Ein wissenschaftlich falscher, gesundheitsgefährdender Einsatz sei „nicht hinnehmbar“.

Der FDP-Landtagsfraktion geht das nicht weit genug. Eine ebenfalls aktuelle Studie aus Niedersachsen zeige auf, dass es auch in der Putenaufzucht, bei Mastschweinen, bei Jungmastrindern und Mastkälbern einen massiver Einsatz von Antibiotika gebe. Es sei naheliegend, dass die Gepflogenheiten in NRW vergleichbar seien. „Remmel hat ein riesiges Antibiotikaproblem in den Ställen in NRW“, sagte FDP-Gesundheitsexperte Stefan Romberg. Der Landwirtschaftsminister müsse „unverzüglich“ handeln und den Medikamentenpfusch beseitigen. Er könne die Verantwortung nicht einfach auf den Bund abschieben und einmal abwarten.

Aus dem Ministerium hieß es, dass eine landesweite Erhebung aller Tiermastbetriebe länger als ein Jahr dauern würde. In Niedersachsen handele es sich lediglich um Stichprobenuntersuchungen. Man werde nun den März 2012 abwarten. Nach einem neuen Gesetz müssten dann erstmals alle Antibiotika-Gaben in der Schweine- und Rindermast vom vergangenen Jahr offengelegt werden. Dann werde das wahre Ausmaß des Problems zu Tage treten. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) werde dann nicht länger darüber hinwegsehen können.

DETLEF BURRICHTER

Quelle: wa.de

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