Geschäfte mit Traum vom Goldschatz - Aktienverkäufer vor Gericht

DÜSSELDORF - Mit Märchen von versunkenen Schiffen und sagenhaften Gold- und Silberschätzen sollen drei umtriebige Geschäftsleute rund 500 Anleger um insgesamt 15 Millionen Euro erleichtert haben.

Seit Dienstag muss sich das Trio wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Als Strippenzieher der Firma "Deep Sea Exploration" warben sie von Ratingen aus Aktionäre aus dem ganzen Bundesgebiet an: Das Bergen von versunkenen Schätzen priesen sie als Millionengeschäft.

Verteidiger Eberhard Eimer beteuerte, dass tatsächlich nach Schätzen gesucht worden sei und man auch Porzellan gefunden habe, "wenn auch leider nicht aus der Ming-Dynastie". Doch für Staatsanwalt Thomas Tupait war dies bloß Schein-Aktionismus zur Täuschung der Aktionäre. Nicht einmal Bergungslizenzen hätten die Möchtegern-Schatzsucher besessen. Nicht eine einzige Schiffsfracht sei aus den Tiefen geborgen worden.

Ganz anders die Versionen der Aktienverkäufer: "Wrack gefunden", Schätze seien entdeckt, die Bergung im Gange, der Kurs der Aktie vor der Explosion, hieß es da laut Anklage. Dabei hätte selbst bei einem Erfolg der Schein-Suche vor der britischen Küste alles der britischen Krone gehört, bemerkte der Staatsanwalt.

Als "zukünftig börsennotiertes Unternehmen" sei die Firma gepriesen worden, dabei habe man zu dem Zeitpunkt keinerlei Anstalten unternommen, sich der kritischen Prüfung für einen Börsengang zu unterziehen.

Den Aktionären sei derweil vorgegaukelt worden, das Unternehmen habe beim Bergen von Schätzen "eine Schlüsselposition" erlangt. Mal sollte die "Chinaman", mal die "Hannover" am Meeresgrund gesichtet worden sein. Der Umsatz werde binnen zwei Jahren von 1,5 Millionen auf zehn Millionen im Jahr emporschnellen.

Staatsanwalt und Verteidiger rechnen mit einem kurzen Prozess: Es habe schon vor dem Verhandlungsauftakt eine Verständigung gegeben. Im Gegenzug für Bewährungsstrafen seien die 38, 44 und 64 Jahre alten Angeklagten zu Geständnissen bereit. - lnw

Quelle: wa.de

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