Bürgermeister Andreas Hollstein eingeladen

ARD-Live-Talk "maischberger" zur Messerattacke von Altena

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Altenas Bürgermeister Hollstein am Dienstag im Rathaus.

[Update 12.27 Uhr] Altena - "Die Messerattacke von Altena: Verroht unsere Gesellschaft?" Unter dieses Thema hat die Redaktion des ARD-Live-Talks "maischberger" die Sendung am Mittwochabend gestellt, die um 22.45 Uhr beginnt. Neben dem attackierten Bürgermeister Andreas Hollstein sind das die weiteren Gäste.

Wie die Redaktion auf Facebook mitteilte, sind neben Hollstein selbst Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, Kriminologe Christian Pfeiffer und "Spiegel"-Autor Jan Fleischhauer in der Talkrunde mit dabei.

Ursprünglich war laut Twitter als Thema "Machtpoker in Berlin: Countdown für Merkel und Schulz?" vorgesehen - auch mit Alice Weidel und Jan Fleischhauer, aber auch mit Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen).

Nach der Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, hat der Beschuldigte unterdessen noch nicht ausgesagt. "Er lässt sich anwaltlich vertreten und hat bislang keine Aussage gemacht", sagte ein Sprecher der Polizei in Hagen am Mittwochmorgen.

Neuer Straftatbestand gefordert

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert unterdesseb die Einführung eines Straftatbestandes "Politiker-Stalking". "Der geltende Stalking-Paragraf 238 Strafgesetzbuch sollte um einen neuen Straftatbestand des 'Politiker-Stalkings' ergänzt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Andernfalls würden Führungspositionen in Politik und Verwaltung immer unattraktiver.

Gegen den 56 Jahre alten Tatverdächtigen aus Altena war am Dienstag Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden. Hollstein war am Montagabend in einem Imbiss in der sauerländischen Kleinstadt mit einem Messer attackiert und leicht am Hals verletzt worden. 

Er erlitt nach Angaben der Polizei eine etwa fünf Zentimeter lange Schnittwunde. Der Angriff hat laut Staatsanwaltschaft ein fremdenfeindliches Motiv. Der CDU-Politiker ist für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt. 

Hollstein hat nach eigenen Worten Mitleid mit dem Täter. "Er hat sein Leben verpfuscht", sagte er der Onlineausgabe der "Passauer Neuen Presse". 

Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einer spontanen Tat des arbeitslosen Maurers aus. Er sei angetrunken gewesen und habe erst in dem Döner-Grill bemerkt, dass der andere Kunde der Bürgermeister war. 

Hinweise, dass der Angreifer Verbindungen in die organisierte rechte Szene gehabt habe, seien bislang nicht gefunden worden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Der 56-Jährige soll nun vernommen und psychiatrisch begutachtet werden.

Landtagspräsident verurteilt Angriff

Der Präsident des NRW-Landtages, André Kuper, hat die Messerattacke als "Angriff auf die Demokratie" verurteilt. "Die Tat traf Bürgermeister Andreas Hollstein, aber sie zielte auf uns alle", sagte Kuper am Mittwoch zu Beginn der Landtagssitzung in Düsseldorf. 

"Wir sind erschüttert über das Geschehene, aber wir sind nicht gelähmt", unterstrich der Präsident. "Diese Demokratie lebt uns lässt sich nicht bezwingen von ihren Widersachern." 

Kuper sandte dem Bürgermeister Genesungswünsche des Landtags, verbunden mit der Hoffnung, dass er "den Weg, den er mit so viel Empathie und christlicher Nächstenliebe gegen so viele Widerstände eingeschlagen hat", weitergehen könne. Ausdrücklich dankte der Präsident den beiden Männern, die Hollstein "ungeachtet ihrer eigenen Gefährdung beigesprungen" seien und ihm so das Leben gerettet hätten. - dpa

Quelle: wa.de

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