Angeklagter gesteht Tötung von Stiefmutter in Wuppertal

+

WUPPERTAL - Grausiger Tod einer Rentnerin: Sie wollte ihrem Stiefsohn kein Geld geben und musste sterben. Nun droht dem hoch verschuldeten 45-Jährigen lebenslange Haft.

Im Prozess um den Mord an einer Seniorin in Wuppertal hat der 45-jährige Stiefsohn der Frau die Tat gestanden. Er habe seine Stiefmutter um Geld gebeten, sie habe abgelehnt, sagte der Angeklagte am Freitag beim Prozessauftakt vor dem Wuppertaler Landgericht unter Tränen aus. Es sei zu einem heftigen Streit gekommen, bei dem die 73-Jährige ihn mehrfach schwer beleidigt habe. Er habe sich mit Eigentumswohnungen verspekuliert und sei mit rund 850.000 Euro hoch verschuldet und verzweifelt gewesen.

Der 45-Jährige soll der Frau eine Flasche auf dem Kopf zerschlagen und sie dann mit dem abgebrochenen Flaschenhals traktiert haben. Schließlich habe er der am Boden liegenden Frau ein Kissen auf das Gesicht gedrückt und sie erstickt, berichtete der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe dabei so fest zugedrückt, dass ein Halswirbel des Opfers gebrochen sei.

An mehreren Geldautomaten der Stadt soll der Druckerei-Mitarbeiter dann vergeblich versucht haben, mit den Geldkarten der 73-Jährigen an Bargeld zu kommen. Die Anklage wertet die Tat als Mord aus Habgier.

Das Verbrechen war erst einige Tage später entdeckt worden: Nachbarn hatten die Seniorin vermisst und schließlich die Polizei verständigt. Streifenbeamte ließen die Wohnung aufbrechen und entdeckten die Leiche.

Der 45-Jährige hatte trotz seines Jobs Miet-Rückstände. Wegen unbezahlter Rechnungen drohte ihm eine Strom-Sperre. Dennoch habe er sich wenige Monate vor der Tat für 28 000 Euro ein Auto bestellt, um vor seiner Freundin gut dazu stehen, sagte der 45-Jährige aus.

"Ich steckte in so 'ner Mühle drin, wusste nicht mehr, was ich machen sollte". Doch seine Stiefmutter habe gesagt: "Du verdienst genug, teil dir dein Geld besser ein. Es kann ja nicht sein, dass du schon wieder nichts hast." Das Gericht hat für den Fall vier weitere Verhandlungstage angesetzt. - lnw

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare