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Amokalarm „mutwillig ausgelöst“ - Große Aufregung an Hammer Schule

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Von: Markus Hanneken, Jörg Beuning, Daniel Schinzig, Max Lametz

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Rund um die Schule sperrte die Polizei alle Straßen und Wege ab.
Rund um die Schule sperrte die Polizei alle Straßen und Wege ab. Nicht alle Kinder waren zum Zeitpunkt des Alarms in der Schule. © Max Lametz

Einsatz der Polizei und Feuerwehr in Hamm: An der Alfred-Delp-Förderschule für geistig behinderte Kinder gab es einen Amokalarm. Der sich zum Glück nicht bestätigte. Trotzdem war die Aufregung groß.

Hamm - An der Alfred-Delp-Schule in Hamm (NRW) im Ortsteil Westtünnen wurde am frühen Mittwochnachmittag ein „Amokalarm“ ausgelöst. Im Zuge dieser Alarmierung waren Polizei und Feuerwehr schnell in großer Zahl vor Ort. Die Straßen rund um die Schule wurden gesperrt, am Caldenhofer Weg wurde ein Sammelpunkt bestimmt.

Knapp eine Stunde später war klar: Es war viel Aufregung um nichts. Nachdem schwer bewaffnete Polizisten alle Bereiche der Schule durchsucht hatten, gab es vor Ort zunächst Entwarnung und dann das Abrüsten der Einsatzkräfte.

Die Polizei rückte mit etlichen Kräften an.
Die Polizei rückte mit etlichen Kräften an. © Max Lametz

Amokalarm an Alfred-Delp-Schule: Strafverfahren eingeleitet

Die Polizei hatte schnell von einem „Fehlalarm“ gesprochen. Im Nachgang betonte Polizeisprecherin Hannah Reineke, es habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden. Weil der Alarm aber „mutwillig ausgelöst“ worden sei, wurde „ein Strafverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen“ eingeleitet.

Die Aufregung war dem Kollegium am späten Nachmittag noch deutlich anzumerken - gleichzeitig natürlich auch die Erleichterung. Das Auslösen des Amok-Warnsignals in der Schule gegen 13.55 Uhr hatte diese von jetzt auf gleich in einen Ausnahmezustand versetzt. „Wir haben aber im gesamten Kollegium sehr besonnen und gut reagiert“, lobte Schulleiterin Ursula Mecklenbrauck ihre Lehrkräfte. Einer der extra installierten Amok-Alarmknöpfe war gedrückt worden. Vom wem ist unklar.

In voller Montur waren die Polizisten vor Ort.
In voller Montur waren die Polizisten vor Ort. © Max Lametz

Amokalarm an Alfred-Delp-Schule: neues Schließsystem klappte

Die Förderschule für geistige Entwicklung ist zudem seit einigen Monaten mit einem Amok-Schließsystem ausgestattet. Das funktionierte einwandfrei. Die Lehrer konnte per Drehknopf innerhalb weniger Sekunden die Klassenräume von innen verschließen. „Hier haben alle super schnell gehandelt“, lobte Mecklenbrauck.

Immerhin seien die Lehrer auch zunächst auf sich selbst gestellt gewesen, eine Kommunikation untereinander habe nicht stattgefunden. Zusätzlich seien die Türen mit Tischen verbarrikadiert worden. Darüber hinaus habe fortan die Betreuung der Schüler im Mittelpunkt gestanden.

Amokalarm an Alfred-Delp-Schule: einige Kinder hatten Angst

Der schrille Alarmton habe einigen Schülern Angst eingejagt, sie hätten geweint, berichtet Mecklenbrauck. Durch das gute Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern sei dies aber sehr gut aufgefangen worden, empfand die Schulleiterin die enge Bindung zwischen den Pädagogen und ihren Klassen als extrem wichtig. Denn geübt hatte die Schule diesen Fall ganz bewusst nicht. „Wir haben uns dagegen entschieden, da dieses Situation für die Schüler unseres Klientel doch nicht so einfach ist“, so Mecklenbrauck.

Das Verhalten im Brandfall werde mit den Schülern regelmäßig geübt, der Amoklauf dagegen nicht, sehr wohl aber mit den Lehrerinnen und Lehrern. Und das habe sich am Mittwoch bezahlt gemacht. So mussten die Klassen in ihren Räumen ausharren, bis sie der Reihe nach von den Einsatzkräften der Polizei „befreit“ wurden.

Polizisten in der Nähe der Alfred-Delp-Schule-Schule.
Polizisten in der Nähe der Alfred-Delp-Schule-Schule. © Max Lametz

Amokalarm an Alfred-Delp-Schule: Betreuung durch Seelsorger

Diese waren in voller Montur in Schutzwesten in das Schulgebäude einmarschiert. Klasse für Klasse räumten sie das Gebäude, brachten Schüler und Lehrer nach draußen, etwas außerhalb des Schulgebäudes. „Das hat gar nicht so lange gedauert“, empfand Mecklenbrauck.

In der Zwischenzeit waren bereits einige Eltern gekommen, um ihre Kinder abzuholen. Die anderen wurden von der Schule informiert. „Nun werden wir besprechen, wie die Aufarbeitung dieses Erlebnisses in den kommenden Tagen aussehen wird“, so Mecklenbrauck. „Womöglich wird es auch erst in einigen Tagen bei dem ein oder anderen hochkommen.“ Die Schule kann sich dazu professionell von einem Seelsorgerteam betreuen lassen.

Insgesamt waren am Mittwochmittag 110 Kinder auf dem Schulgelände: Etwa die Hälfte von ihnen hielt sich bei dem schönen Wetter allerdings draußen auf.

Die Schule

Die Alfred Delp-Schule steht mitten in Westtünnen, am Ewald-Wortmann-Weg. Angrenzend ist die Dambergstraße. Seit 1986 werden dort geistig behinderte Kinder im Grundschulalter unterrichtet.

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