Nach 21 Jahren tritt er 2020 nicht mehr an

Schlussstrich! Altenas Andreas Hollstein kandidiert nicht wieder als Bürgermeister

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Dr. Andreas Hollstein am 13. März 2018 vor dem Burgaufzug seiner Stadt Altena zusammen mit Bundespräsident Steinmeier, dessen Gattin Elke Büdenbender sowie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und dessen Frau Susanne.

Altena - Nach einer Amtszeit von 21 Jahren wird sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Altena bewerben. Das hat er soeben mitgeteilt.

Nach einer Amtszeit von 21 Jahren wird sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Altena bewerben. Diese Entscheidung machte er gestern öffentlich. „Ein politisches Amt ist immer nur eine Berufung auf Zeit. Nach vielen spannenden Aufgaben und Erfolgen mit dem Team im Rathaus und im Rat habe ich mich gemeinsam mit meiner Familie entschieden, dass ich nach Oktober 2020 eine neue Aufgabe in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft anstrebe.“Auf Nachfrage konkretisierte er: „Ich möchte in den kommenden zehn Jahren ein neues Kapitel aufschlagen. Dazu suche ich beruflich eine neue Herausforderung. Vielleicht auch wieder in einem kommunalen Mandat.“ „Vorausgesetzt, die Altenaer hätten mir bei der Wahl 2020 noch einmal ihr Vertrauen geschenkt: Ich wäre dann nach fünf Jahren mit 62 Lebensjahren ganz sicher kein Mann für die Gartenarbeit gewesen. Da waren sich alle in meinem persönlichen Umfeld einig.“ Hollstein sagte weiter, er habe noch keine konkreten Job-Angebote und sich auch nicht aktiv darum bemüht. Seinen Stellvertreter im Rathaus, Kämmerer Stefan Kemper, weihte er am Montag als ersten in seine Pläne ein. Die CDU-Fraktion folgte am Abend. Gestern erhielten alle Ratsmitglieder persönliche Post vom Bürgermeister. Darin dankt er fraktionsübergreifend für die gute Zusammenarbeit und schreibt unter anderem weiter wörtlich: „Ich möchte Sie/Euch jedoch auch dazu anregen, das Beste für unsere Stadt zu suchen. Es wäre meines Erachtens zumindest erwägenswert, nach einer gemeinsamen Kandidatin oder einem Kandidaten zu suchen.“ In der CDU-Fraktion, so sagte er weiter, seien bei seinem Statement „schon Tränen geflossen. Einige zeigten Unverständnis, weil ich doch mit Altena verheiratet sei. Das war auch für mich sehr emotional.“ Vor sein Team im Rathaus sei er gestern getreten. Auch dort seien Tränen geflossen. „Das Umfeld dort war mir immer wichtig. Es war und ist so etwas wie ein ganz ehrlicher Seismograf für mich.“ Die ständigen Bedrohungen, die Hollstein nach wie vor über soziale Kanäle erhält, „waren und sind aber kein Grund, mich in Altena zurückzuziehen. Das möchte ich klar feststellen.“ Rat und Mitarbeitern stellte der 2020 scheidende Chef ein tolles Zeugnis aus. „Ich hatte konstruktive Räte, ein tolles Rathaus und viele besondere Momente mit den Altenaer Bürgerinnen und Bürgern. Ich bin dankbar für die einmalige Gelegenheit, meine Heimatstadt Altena über so viele Jahre mitgestalten und repräsentieren zu dürfen. Auch nach zwei Jahrzehnten gehe ich immer noch sehr gerne ins Rathaus.“ Dass er bereits jetzt, mehr als ein Jahr vor den Kommunalwahlen im Herbst 2020 mit seiner Entscheidung an die Öffentlichkeit geht, begründet Hollstein so: „Die Altenaer Politik hat jetzt ausreichend Zeit eine oder mehrere geeignete Persönlichkeiten zu finden, die sich zur Wahl stellen, um das Amt neu zu prägen. Das ist gut so.“ Dr. Andreas Hollstein ist 56 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern. Er kündigte an, egal was er jetzt auch beruflich anstrebe, „weiter in Altena leben zu wollen.“ Aber jetzt sei auch für ihn so etwas wie die letzte Chance, sich noch einmal beruflich neu zu orientieren.

Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Altena

Die Altenaer Politik hat jetzt ausreichend Zeit eine oder mehrere geeignete Persönlichkeiten zu finden, die sich zur Wahl stellen, um das Amt neu zu prägen. Das ist gut so!"

Jurist, Botschafts-Attaché und mit 36 Jahren Bürgermeister

Dr. Andreas Hollstein wurde am 6. Mai 1963 in Altena geboren. Nach dem Abitur leistete er bis 1984 seinen Wehrdienst und studierte dann Rechtswissenschaften an der Uni Bonn. Nach der 1. juristischen Staatsprüfung 1990, die er beim Oberlandesgericht Köln ablegte, war er von 1991 bis 1994 Referendar beim Oberlandesgericht Hamm und legte dann die 2. juristische Staatsprüfung ab. 1999 wurde er an der Fernuni Hagen zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. Hollstein arbeitete von 1993 bis 1994 als Abteilungsleiter Politik in der Botschaft der Republik Litauen. Von 1995 bis 1999 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter von Wolfgang Lohmann (MdB) und Referent der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 1994 wurde er im Alter von 31 Jahren ehrenamtlicher 1. Stellvertretender Bürgermeister und wurde 1999, 2004, 2009 und 2014 mit Wahlergebnissen zwischen 58 und 69 Prozent jeweils im ersten Wahlgang zum hauptamtlichen Bürgermeister Altenas gewählt.

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Quelle: wa.de

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