Akupunktur: Schmerztherapie auf Kassenkosten

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Bei der Akupunktur sticht der Arzt feine Nadeln in die Haut. So werden Blockaden gelöst und Schmerzen gelindert.

Migräne, Rückenschmerzen und Allergien gehören zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Wenn Medikamente nicht mehr helfen, versprechen sich viele Patienten Beschwerdefreiheit durch Akupunktur. Wie diese wirkt und worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Vom Allgemeinmediziner bis zum Zahnarzt – viele Ärzte setzen heute auf Akupunktur. Die dünnen Nadeln werden nicht nur in der Schmerztherapie eingesetzt. Sie sollen auch bei Heuschnupfen, Tinnitus und der Raucherentwöhnung wahre Wunder vollbringen. Immer wieder belegen Studien, dass Akupunktur den Patienten hilft. Die genaue Wirkweise ist aber noch immer nicht wissenschaftlich belegt.

So funktioniert Akupunktur

Die Akupunktur ist eine Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese geht davon aus, dass die Lebensenergie – das Chi – jedes Lebewesen in Meridianen durchströmt. Auf diesen befinden sich die Akupunktur-Punkte, denen jeweils ein Organ oder eine Körperregion zugeordnet ist. Mit sterilen Einwegnadeln werden die Punkte stimuliert, die mit den Beschwerden in Verbindung stehen. Aus Sicht der Forschung werden durch den Nervenreiz körpereigene Botenstoffe freigesetzt und die Schmerzübertragung zum Gehirn unterbrochen.

Bei der Behandlung setzt der Arzt sehr dünne und flexible Akupunktur-Nadeln in die Haut. Manche Nadeln sind so haarfein, dass sie nur mithilfe einer Führungshülle eingebracht werden können. Während der Sitzung, die rund 30 Minuten dauert, entspannt sich der Patient. Bei manchen Patienten tritt eine Besserung schon nach dem ersten sogenannten Nadeln auf. Menschen mit akuten Beschwerden sprechen in der Regel besser darauf an als chronisch Kranke.

Krankenkassen zahlen Akupunktur nicht immer

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen seit 2007 die Kosten für die Akupunkturbehandlung chronischer Knie- und Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich. Wichtig ist, dass die Behandlung von einem zugelassenen Arzt im Rahmen einer Schmerztherapie vorgenommen wird. Manche Kassen zahlen erst dann, wenn die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. Üblicherweise umfasst die Therapie zehn Sitzungen. In Ausnahmefällen genehmigt die Krankenkasse fünf weitere Behandlungen.

Die Wirksamkeit für alle anderen Krankheiten wie Migräne oder Allergien ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Die Kosten für die Akupunktur-Behandlung tragen die Patienten dann oft selbst. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt vorab über die Behandlungschancen und klären Sie dann mit Ihrer Krankenkasse, ob sie bei Erfolg die Kosten übernimmt. Die Branchensuche des Telefonbuchs zeigt Ihnen, welcher Arzt in Ihrer Nähe Akupunktur anbietet.

Nebenwirkungen der Akupunktur

Wie bei vielen medizinischen Behandlungen gibt es auch bei der Akupunktur Nebenwirkungen:

  • Schwindel, Müdigkeit und Kreislaufprobleme sind die häufigsten Nebenwirkungen.
  • Durch das Setzen der Nadel wird die Haut beschädigt. Deshalb kann es zu leichten Blutungen an der Einstichstelle kommen.
  • Wenn bei der Akupunktur kleine Blutgefäße verletzt werden und Blut unter der Haut austritt, entstehen blaue Flecken.
  • Wird die Nadel nicht richtig gesetzt, können sogar Hautnerven beschädigt werden. Sensibilitätsstörungen, die nach spätestens vier Wochen wieder vergehen, sind die Folge.
  • Während einer Schwangerschaft sollen keine Nadeln an Händen, Füßen und unterhalb des Bauchnabels gesetzt werden. Eine Stimulation dieser Punkte soll Wehen verstärken und eine Frühgeburt auslösen können.

Quelle: wa.de

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