Afrikanische Schweinepest: Remmel fordert Wachsamkeit

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Zu den möglichen Überträgern der Afrikanischen Schweinepest zählen Wildschweine.

DÜSSELDORF - Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest geht um. Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) hat anlässlich des jüngsten Ausbruchs der Seuche in Litauen die Veterinär- und Jagdbehörden sowie die beteiligten Verbände informiert und eine „erhöhte Wachsamkeit“ angemahnt.

Von Robert Vornholt 

Es bestehe „derzeit keine unmittelbare und akute Gefahr für hiesige Schweinebestände“, aber eine weitere Ausbreitung der Seuche über Litauen hinaus könne nicht ausgeschlossen werden. Die Seuche könne sich über Wild, durch internationale Viehtransporte und infizierte Lebensmittel aus dem Seuchengebiet verbreiten.

Stichwort Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhaft verlaufende, hoch ansteckende Tierseuche, die auf Haus- und Wildschweine, aber nicht auf andere Tiere oder Menschen übertragbar ist. Verursacht wird die Erkrankung, die sich seuchenhaft verbreitet und mit hoher Sterblichkeit verbunden ist, durch ein Virus. „Impfstoffe oder andere Heilmethoden gegen diese Tierseuche stehen nicht zur Verfügung“, heißt es in der Einschätzung des NRW-Landwirtschaftsministeriums. Bereits seit 2007 gibt es Erkrankungen in Russland, die vermutlich durch die Verfütterung von unsachgemäß behandelten Speiseabfällen von internationalen Schiffen ausgelöst worden sind. - vor

Bereits seit über vier Monaten werden Abfälle, die Fahrer von Viehtransporten aus Osteuropa an Schlachthöfen entsorgen wollen, gesammelt und verbrannt, erläutert der Fleischfabrikant Clemens Tönnies. Er warnt auch eindringlich vor den Auswirkungen der Pest, hofft andererseits darauf, dass die verbesserten Hygienestandards wirken. „Der Postbote geht nicht mehr in die Schweineställe“, beschreibt Tönnies bildlich, dass viele Übertragungswege inzwischen abgeschnitten sind. Eindeutig spricht sich der Großschlachter für die Impfung von Schweinen aus. Es gebe inzwischen gegen die klassische Schweinepest Marke-Impfstoffe, deren Bestandteile klar als Vorbeugebehandlung identifizierbar seien.

In der Vergangenheit wurden beim Ausbruch der Schweinepest auch gesunde Tiere im Umkreis eines Seuchenbetriebes getötet, künftig sollten gesunde Bestände im Seuchenumfeld durch eine Notimpfung geschützt werden, lautet die Forderung von Tiernutzern und –schützern. Diese Strategie scheitert bisher daran, dass der Handel keine geimpften Schweine vertreiben will. Noch dramatischer ist es bei der afrikanischen Pest-Variante: „Es gibt noch keinen Impfstoff“, erläutert Hans-Heinrich Berghorn vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband.

Remmel dämpft derweil in einem Bericht an den Landwirtschaftsausschuss des Landtages die Ängste: Die beteiligten Behörden könnten „jederzeit und unverzüglich“ ihre Arbeit aufnehmen; außerdem werde aktuell eine spezielle Übung gegen die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest vorbereitet.

Zur Afrikanischen Schweinepest:

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Quelle: wa.de

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